American Football: Mavericks sind nicht zu halten
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 14.06.2010Bei seinem Sturm an die Tabellenspitze wäre Aufsteiger Mavericks beinahe gestolpert: Nach schwachem Beginn gewannen die Stiere dennoch gegen Lübeck 33:7 und dominieren weiter die Zweite Football-Bundesliga GFL 2.
American Football Den Hammer für den Spieler des Spiels hatte John McCardle noch in der Hand, als er sich nach dem Ergebnis eines Fußballspiels erkundigte. "Wie steht's bei USA gegen England", fragte der amerikanische Runningback der Mavericks. McCardle nickte zufrieden, ein guter Tag. Er hatte wieder einmal ein fulminantes Spiel beim 33:7 gegen die Lübeck Cougars hingelegt, wurde zurecht zum Spieler des Tages gekürt und dann holten auch noch die amerikanischen Fußballer bei der WM ein Unentschieden gegen England. An so einem Tag war er der erste Maverick, der offensiv formulierte: "Ich will in die Erste Liga."
Abwehrsorgen
Verletzte Die Defensiv-Spezialisten Jason Adjei (Kreuzbandriss), Tyler Smith (Innenbandriss) und André Bücker (Schien- und Wadenbeinbruch) fallen länger aus.
Sorge "Sie fehlen uns sehr", meinte Headcoach Walter Rohlfing.
Umgebaut Gegen Lübeck stellte er die Offensiven Erik Galas (als Safety) und Marius Helmedag in der Defense auf.
Der erste Rückstand der Saison
Daran, dass die Stiere der Top-Favorit auf den Aufstieg sind, zweifelt kaum jemand mehr. Zu klar war am Ende erneut das Ergebnis eines Spiels, das zwischendurch sehr zäh war. Dass die Mavericks vor der Pause nicht einmal bestimmt hatten. "Wir müssen klarer arbeiten", forderte Sportdirektor Maroan Wahab. Die Gäste setzte die ersatzgeschwächte Gladbacher Defensive vor rund 800 Zuschauern im Hockeypark zu Beginn mächtig unter Druck. Nach wenigen Minuten fing Lübecks Jan Wulf einen 40-Yards-Pass in der Gladbacher Endzone – 0:7. Es war der erste Rückstand für die Mavericks in dieser Spielzeit. "Der Start war unglücklich", sagte Headcoach Walter Rohlfing. "Wir haben auch unberechtigte Strafen bekommen. Aber ich hatte nie das Gefühlm, wir würden verlieren."
Der anschließende Kick Off offenbarte die Unkonzentriertheit der Mavericks. Lübecks Kicker trat über den Ball, doch ein Gladbacher Angreifer griff nach dem Spielgerät, bevor es die vorgeschriebenen zehn Yards zurückgelegt hatte – Ballbesitz Lübeck. Die Offensive drückte weiter gegen die neu zusammengewürfelte Gladbacher Defensive (siehe Info). Und hätte Runningback Mike Davis nicht den Ball kurz vor der Grundlinie fallenlassen, hätte es 0:14 gestanden. McCardle erkannte: "Wir bekommen zu viele Strafen. Das ist unser Problem."
Die Offensive hingegen präsentierte sich erneut sicher und trickreich. Quarterback Colin Clancy bediente im zweiten Viertel John McCardle bei dessen ersten Touchdown zum Ausgleich (Zusatzpunkt Danny Lange). Bis zur Pause traf Lange noch zweimal per Field Goal zum 13:7.
Im dritten und vierten Viertel hatten die Mavericks den Gegner nun unter Kontrolle. Das 20:7 besorgte Clancy selbst per Touchdown nach einem 20-Yards-Lauf. Das 26:7 besorgte Wide Receiver Erik Galas nach Traumpass von Clancy über 58 Yards. Und den Schlusspunkt zum 33:7 setzte Christoph Würz per Touchdown kurz vor Schluss.
Damit haben die Mönchengladbach Mavericks über Nacht den größten Erfolg der Vereinsgeschichte klar gemacht. Mindestens für 24 Stunden standen sie auf dem ersten Platz der Zweiten Bundesliga. John McCardle ist aber nicht der Einzige, der das den Mavericks schon lange zugetraut hatte.
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