Mavericks wollen in die Bundesliga
zuletzt aktualisiert: 28.06.2008Klubchef Ralf Klein spricht vor der American Football-Junior Bowl heute im Hockeypark über seine Pläne
Die Mavericks
Gegründet 1989
Mannschaften Eine Senior-Mannschaft in der Oberliga und ein Junior-Team (die Rookies) in der Jugendaufbauliga NRW. Das Ziel ist die German Football League (GFL).
Vorstand Andre Fossen (Erster Vorsitzender), Ralf Klein (Geschäftsführer), Maroan Wahab (Sportdirektor)
Internet Die Seite www.mg-mavericks.de informiert ausführlich über Verein, Teams, Spielregeln und Cheerleading.
Heute ist im Hockeypark der Junior Bowl, das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der Jugendlichen. Wird Mönchengladbach jetzt auch zur American Football-Hauptstadt?
Klein Wir hoffen, dass wir auf dem Weg dahin sind. Der Junior Bowl kann einen Teil dazu beitragen. Schließlich ist es das Endspiel der besten jugendlichen Footballer Deutschlands. Viele Besucher werden aus dem weiteren Umland kommen. Und wir hoffen, dass sie dann auch mal die Spiele der Mavericks besuchen werden.
Warum ist ein Oberliga-Verein wie die Mavericks Gastgeber dieser Veranstaltung?
Klein Das ist sicher ungewöhnlich. Die Veranstaltung wird jedes Jahr vom Verband AFVD neu vergeben. Wir haben mit dem Hockeypark ein super Stadion, um den Junior Bowl zu präsentieren. Das hat der Verband erkannt und hat uns das Spiel deshalb zum zweiten Mal in Folge gegeben.
Was bringt das dem Verein?
Klein Der Junior Bowl führt uns an den Rand unserer Möglichkeiten. Er ist ein Invest für die Zukunft.
Inwiefern?
Klein Der Verein ist nicht nur angewiesen auf Mitglieder, sondern auch auf das Umfeld. Das muss wachsen, mit Sportlern, Sponsoren und Zuschauern. Und die kommen nur, wenn richtig was geboten wird. Deshalb ist der Junior Bowl eine Art Vorarbeit für später, denn wir haben ja das Fernziel Bundesliga.
Wann spielen die Mavericks selbst mal um die Meisterschaft?
Klein (lacht) Eine schwierige Frage. Es wird darauf ankommen, wie das Umfeld wächst, wie sich neue Strukturen finden. Wir haben einen Fünf-Jahres-Plan: Wir wünschen uns, 2013 in der ersten Bundesliga zu spielen.
Wie realistisch ist dieser Wunsch?
Klein Ein Plan ist dann realistisch, wenn alle Komponenten so eintreffen, wie erhofft. Aber wir haben uns ein kleines zeitliches Polster gelassen.
Wie hat sich American Football nach der NFL-Europe in Deutschland entwickelt?
Klein Er ist auf dem aufsteigenden Ast. Die Akzeptanz wird immer größer. Mittlerweile sind wir auch beim Deutschen Olympischen Sportbund registriert. Football und Cheerleading haben unglaubliche Zuwachsraten, in NRW sogar zweistellig. Damit ist der Football-Verband – noch – der zweitgrößte nicht-olympische Verband nach dem Motorsport.
Ist Football in Deutschland massentauglich?
Klein Es hängt davon ab, wie die Vereine nach außen arbeiten. Wenn wir Football an Schulen etablieren können, dann ja. Man muss mit Flag-Football, einer Spielart ohne Körperkontakt, schon sehr früh auf Kinder zugehen, um sie heranzuführen. Sonst wird das nicht funktionieren. In den USA wird von Kindesbeinen an Football gespielt. Das ist der Unterschied zu deutschen Spielern.
Ist Mönchengladbach reif für American Football?
Klein Auf jeden Fall. Das merken wir an der Zuschauerresonanz. Bei den letzten beiden Spielen hatten wir 1200 und 700 Zuschauer. Für die vierte Liga ist das ein gutes Ergebnis. Und es ist ausbaufähig.
Reichen 1000 Zuschauer auch für die Bundesliga?
Klein Das kommt ganz auf die Sponsoren an. Unsere Aufgabe ist es, den Etat so zu decken, dass die Zuschauer zwar kommen, wir dann aber nicht so darauf angewiesen sind. Wenn wir aber die aktuellen Zahlen sehen, dann lässt sich nur erahnen, was noch möglich ist. Heute beim Junior Bowl wollen wir erstmal den Zuschauerrekord von 2400 knacken.
Andreas Gruhn sprach mit Ralf Klein, der Vorsitzender der Mönchengladbach Mavericks ist.
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