Fußball: Neuville spielt für die Weisweiler Elf
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 20:26Der Neue hat einen hohen Promi-Faktor. Das will schon was heißen in einer Mannschaft, die als eine Ansammlung von Prominenten durch die Fußballwelt reist: die Weisweiler Elf.
Der neue Mann ist Oliver Neuville (37). Beim Hallenturnier heute in Minden wird er sein Debüt geben. "Er sollte schon im Sommer die ersten Spiele machen. Aber dann kam das Angebot aus Bielefeld. Darum hat es sich verzögert", berichtet Jörg Jung, der mit Peter Wynhoff, Karlheinz Pflipsen und Charly Stock die Führungsriege der Weisweiler Elf bildet, seit Christoph Budde im November 2009 plötzlich verstorben ist. Neuvilles Arminia-Episode ist nun vorbei.
1991 war Charly Stock einer der Gründer der Mannschaft, die gelebte Traditionspflege ist. Spieler aus vier Jahrzehnten Borussia sind hier vereint. Die rund 50 Fußballer, die bislang mitwirkten, bringen es auf über 3000 Bundesligaspiele und fast 600 Tore. Namensgeber ist der legendäre Meistertrainer Hennes Weisweiler, der die "Fohlenelf" schuf, die in den 1970er Jahren den Mythos Borussia prägte. Derzeit bilden 35 Spieler den "Kader", der nun durch Neuville verstärkt wird.
Zuletzt in Mülheim gab es den zweiten Rang hinter dem VfL Bochum, nun in Minden sind die früheren Borussen Titelverteidiger. "Drei bis fünf Hallenturniere spielen wir pro Jahr, 2010 gab es zudem 17 Spiele auf dem Feld", sagt Jörg Jung. Zu Beginn seiner Zeit bei der Weisweiler Elf spielte Jung mal mit Allan Simonsen und Henning Jensen. Auch Günter Netzer war mal ein "Weisweiler", zwei andere große Borussen nie: Berti Vogts und Stefan Effenberg. "Für die Fans ist es immer toll, wenn wir kommen, sie kennen die Namen der alten Borussen manchmal besser als die der aktuellen", weiß Jung.
Norbert Ringels und Herbert Laumen trainieren das Team, zuweilen ist auch Herbert "Hacki" Wimmer dabei. "Sie sind die Letzten, die noch mit Hennes Weisweiler zusammengearbeitet haben", sagt Jung. Ein Gros des Aufgebots im Namen des Kölners, der Mönchengladbach in der Fußballwelt zu einem Begriff machte, sind derzeit die Pokalsieger von 1995. "Alleine 14 Spieler aus diesem Kader gehören der Weisweiler Elf an und nehmen regelmäßig an den Spielen teil", sagt Jung.
Das Team, das für die schöne Vergangenheit steht, ist auch hilfreich. "Zwei- bis viermal pro Jahr spielen wir für einen guten Zweck", sagt Jung, der in Gladbach nur einmal in der Bundesliga eingesetzt wurde. Zuletzt spendete die Weisweiler Elf 1500 Euro: Je 500 Euro gingen an die Lichtblicke-Aktion, an die Familie eines Ex-Borussen, der im Wachkoma liegt, und an ein Kinderheim in Schelsen.
Punkte spenden würden die "Weisweilers" gern den Jetztzeit-Borussen, um den Abstiegskampf zu erleichtern. "Als Botschafter des Vereins werden wir natürlich oft auf die sportliche Situation des aktuellen Teams angesprochen. Ich hoffe, dass es die Mannschaft hinkriegt", sagt Jung.
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