Hockey: Optimal ist anders
VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 12.09.2009Heute startet in den Hockey-Bundesligen die neue Saison. Bundesliga-Aufsteiger RSV und Zweitligist GHTC hatten in der Vorbereitung mit Verletzungen zu kämpfen. Rheydt möchte die Klasse halten, Gladbach oben mitmischen.
André Schiefer hat schon etliche Vorbereitungsphasen als Spieler oder Trainer mitgemacht. Eine derart verflixte wie die Vorbereitung des Bundesliga-Aufsteigers Rheydter Spielverein auf seine morgen beginnende Saison hat er aber schon lange nicht mehr erlebt. "Schon der Beginn war nicht optimal. Und dann ist es noch schlimmer geworden", sagt der RSV-Trainer, den vor allem Verletzungen seiner Leistungsträger beschäftigten.
Bengalen sind keine Verstärkung
Zuletzt fehlte Schiefer mit Belal Enaba (Zerrung), Sebastian Meister sowie Kapitän Matthias Gräber (beide Knieprobleme)die komplette Sturmreihe, die im Aufstiegsjahr so produktiv gewirbelt hatte. Zudem zog sich der gerade erst eingeflogene Bengale Zahidul Islam einen Meniskusschaden zu, während sich sein Landsmann Mohamed Nannu nicht als die erhoffte Verstärkung entpuppte. So sind die Krefelder André Otten und Moritz Broja derzeit die einzigen Zugänge, wobei demnächst noch zwei Pakistani dazu kommen sollen. Trotzdem ist beim Aufsteiger die Euphorie ein wenig der Angst gewichen, dass der Start angesichts des happigen Auftaktprogramms gehörig misslingen kann. Was die Mission Klassenerhalt aber nicht zwangsläufig gefährden würde, da nach der Spielzeit die Abstiegsrunde eine zweite Chance bietet.
Das Startprogramm
Der Aufsteiger empfängt morgen den Mannheimer HC (Grenzlandstadion, 12 Uhr). "Die haben fünf, sechs Topleute und dahinter 20 Spieler auf einem gleich guten Niveau", ist Schiefer vom Gegner beeindruckt.
GHTC Die Gladbacher haben an den Holter Sportstätten gleich zwei Heimspiele: Heute gegen den Rissener SV und morgen gegen den Großflottbeker THGC (jeweils 14 Uhr). "Wir werden versuchen, sechs Punkte zu holen, wobei Flottbek schon zu den Top-Teams gehört", sagte Meredith.
Schiefer versuchte dieser Entwicklung entgegen zu wirken und hat in den letzten Tagen auch einen Stimmungsumschwung registriert. "Wir haben doch gar nichts zu verlieren und können ganz entspannt in die Saison gehen. Zu Beginn ist jedes Spiel, das nicht klar verloren wird, ein Erfolg." Denn bevor nächste Woche schon der Deutsche Meister Rot-Weiß Köln wartet, geht es zunächst gegen den aufstrebenden Mannheimer HC. Gegen ihn hatte der RSV in einem Testspiel zuletzt noch ersatzgeschwächt 1:3 verloren, was Schiefer ganz gelegen kommt: "Sie werden uns sicher unterschätzen. Bei uns muss alles passen, und das Spiel lange offen bleiben."
Auch der Gladbacher HTC möchte trotz einiger Schwierigkeiten gut in die Saison starten. "Das wäre wichtig, denn wir wollen nach dem ersten Teil der Saison Mitte Oktober zur Spitzengruppe gehören", sagt GHTC-Trainer Andrew Meredith, der den Aufstieg zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Saisonziel formuliert. Natürlich möchte der Traditionsverein so schnell wie möglich in die Bundesliga zurückkehren. Doch in diesem Jahr ist die Zweite Liga deutlich stärker als im Vorjahr. "Wir haben jetzt viele Mannschaften mit Ambitionen, aber keinen klaren Favoriten", sagt Meredith.
Hatte der Australier im letzten Jahr aufgrund seiner Tätigkeit im Trainerstab der Deutschen Nationalmannschaft bei Olympia kaum Zeit, die Mannschaft auf die Saison vorzubereiten, gab er diesmal den vielen jungen Spielern ein paar Wochen mehr Zeit zur Regeneration. "Die Erfolge in ihren Jugendteams ist für den Verein sehr wichtig, doch dadurch müssen die Jungs fast das ganze Jahr durchspielen", so Meredith, der die Entwicklung seiner talentierten Jungspunde weiter vorantreiben möchte.
Dabei helfen ihm zwei wichtige Zugänge. Zum einen ist Stefan Menke aus den Niederlanden zurück gekehrt und soll zusammen mit seinem Bruder Christoph die Mannschaft führen. Zum anderen verstärkt der englische Nationalspieler Alastair Wilson das Team. Doch auch beim GHTC galt in den letzten Wochen: keine Vorbereitung ohne Hiobsbotschaft. Der dritte Neue, Australiens Sturmhoffnung Aaron Kleinschmidt, erlitt einen Kreuzbandriss und wird wohl die gesamte Saison nicht für den GHTC auflaufen können. Auch Jan Reichardt fehlt Monate lang wegen eines Knorpelschadens. Nicht die besten Voraussetzungen also für den GHTC und den RSV. Doch jetzt ist die Vorbereitung ja auch vorbei.
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