Hockey: Plötzlich zum Rennfahrer geworden
VON O. E. SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 09.06.2007Eigentlich war Robert Anderstiegen nur zum Tag der Rheinischen Post an die Niersbrücke gekommen, weil Töchterchen Annalena Ponyreiten wollte. Doch dann fand der 41-jährige Niederkrüchtener sich plötzlich bei seinem allerersten Besuch auf der Rennbahn mitten in einem Rennen wieder – im Sulky. Na gut, er saß nicht allein hinter dem Pferd mit dem schönen Namen Klitschko. Neben ihm im Zweiersulky saß Constantin Gentz, ein Profi. Und sagte dem blutigen Neuling natürlich, wann und wie er an seinem Teil der Fahrleine ziehen sollte – damit es in die richtige Richtung ging.
Und es ging gut. Zweiter wurde das Trio Klitschko-Anderstiegen-Gentz. In einem „Rennen“, in dem natürlich nicht die Post abging wie bei den anderen 13 Läufen an diesem Tag. Es war ja auch ganz normalen Rennbahn-Besuchern vorbehalten, die sich am RP-Stand vor der Tribüne hatten bewerben können. „Ein ganz tolles Erlebnis, ein schöner Tag“, sagte Robert Anderstiegen nachher. Für ihn und für Töchterchen Annalena. Wie auch für die gut 3000 anderen Besucher, die zum RP-Tag gekommen waren, bei dem neben Sport auch etwas für Familien geboten wurde.
Champions siegen nicht immer
Nicht ganz so gut verlief der Tag für Roland Hülskath. Der 31-jährige Gladbacher ist Deutschlands derzeit erfolgreichster Trabrennfahrer. Doch diesmal blieb er ohne Sieg. Im Hauptrennen, dem Großen Preis der Rheinischen Post, wäre der nur fast gelungen, als er mit Donelly auf der Zielgeraden den führenden Prince Carmino fast noch abgefangen hätte. Doch Kollege Thomas Panschow brachte den Hengst aus dem berühmten Stall Cortina noch soeben als Ersten über die Linie. Ein Rennen später hatte Roland Hülskath wieder kein Glück: Für ihn und den Toto-Favoriten Bugatti war die Sache bald nach dem Start gelaufen: disqualifiziert, weil Bugatti nicht vorschriftsmäßig Trab gelaufen war.
Auch bei diesem Sport siegen Champions halt nicht immer. Roland Hülskath aber noch oft genug, um in Deutschland Spitze zu sein. „Wenn Heinz Wewering nicht nach Italien gegangen wäre, wäre es sehr schwer gewesen, ihm den Goldhelm abzunehmen“, gesteht Hülskath aber. Heinz Wewering hatte 29 Jahre, bis 2005, den deutschen Trabersport ganz alleine dominiert.
Nun ist Hülskath an der Reihe. Und setzt eine erstaunliche Tradition fort: In den letzten 40 Jahren kamen, bis auf Wewering halt, die deutschen Champions immer aus Mönchengladbach: Horst Bandemer, Rolf Dautzenberg, nun Roland Hülskath.
Und mit Lehrlings-Champion Michael Nimczyk, der derzeit auf Rang drei liegt, rüttelt schon ein anderer Gladbacher ein wenig an Hülskaths Thron.
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