Basketball: Pohl war fassunglos: Löwen siegten 101:92
VON JUDIT HÖTTGES - zuletzt aktualisiert: 10.04.2007Carsten Pohl, Trainer der NVV Lions, saß auf der Bank und versuchte seine Fassung wieder zu finden. Der Coach des Zweitligisten war nach dem 101:92 (35:31)-Sieg seiner Löwen gegen den Tabellenzweiten Mitteldeutscher BC den Tränen nah.
Den sonst so abgeklärten Pohl hatte die Begegnung arg mitgenommen. „Ein sehr emotionales Spiel“, erklärte der Trainer, der zudem durch eine starke Grippe geschwächt war und vor der Partie nicht ganz sicher war, ob er überhaupt dabei sein würde. „Das Spiel war sehr intensiv und am Ende einfach eng. Wir wollten alles reinschmeißen was wir haben. Und das haben wir getan“, sagte er.
Vom nach sechs Niederlagen in Folge angeknacksten Selbstbewusstsein der Lions war gegen den MBC nichts zu spüren. Sie starteten bissig, gewannen das erste Viertel 21:14 und lagen zur Pause mit 35:31 vorn. Richtig munter wurde es im dritten Viertel. Das Team aus Weißenfels glich aus, ging auch ab und an in Führung. Vor dem letzten Durchgang stand es 58:56 für die Löwen.
In den letzten Sekunden sorgte Savo Milovic durch Freiwürfe für das 86:83. Die Fans glaubten ihre Lions als Sieger. Doch die Zeitnehmer hatten einen Fehler gemacht: ein Drei-Punkte-Wurf des MBC wurde von den Schiedsrichtern in der regulären Spielzeit gesehen: 86:86. Verlängerung. Tumulte in der Halle.
Doch die Lions wollten es einfach wissen, spielten sehr abgeklärt, erkämpften sich Punkt um Punkt. Der MBC konnte sie nur durch Fouls stoppen. Freiwürfe für Gladbach waren die Folge. Am Ende war es Chris Thompson, der auch noch die magische Grenze von hundert Punkten überschritt. Das Team Mönchengladbach gewann und behält so Pro A doch noch im Auge.
Die Fans, die diesmal wenig zahlreich dabei waren (200 Zuschauer, ein echter Negativrekord) wurden reichlich belohnt. Großer Basketball, nervenstarke Lions und jede Menge Spannung und Brisanz waren zwei Stunden angesagt. Dazu ein großartiger Chris Thompson, der 44 Punkte machte, 14 Rebounds holte und im Spiel brillierte. Da durfte Carsten Pohl auch mal zutiefst gerührt sein und offen zeigen, wie viel Herzblut ihn mit seinen Spielern verbindet.
Punkte für die Lions: Chris Thompson (44), Danny Gibson (26), Peter Krausen (15), Savo Milovic (13), Phil Jones (2), Max Dohmen, Kai Bonzelett, Björn Theilmann, Fabian Kamphausen, Patrick Gruhn, Simon Bennett, Kevin Wysocki.
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