Fußball: Trainer-Kapriolen – oder auch nicht
VON SASCHA KÖPPEN - zuletzt aktualisiert: 17.03.2007Auf den Trainerbänken der Kreisliga A geht es hoch her. Mit Josef Neues hat am Sonntag der Trainer des TuS Liedberg sein Amt niedergelegt. Er reagierte damit auf drei Niederlagen in Folge, die den Verein von der Spitze auf Platz zwei zurückfallen ließen.
Sechs von 16 schon weg
Bei zehn der 16 Kreisliga A-Vereine sitzen noch die Trainer auf der Bank, mit denen die Klubs in die Saison gestartet sind. Vor Liedberg haben bereits Teutonia Kleinenbroich, die Sportfreunde Neuwerk, Union Ay Yildiz, Rheydt 08 und der 1. FC Viersen II Veränderungen vorgenommen.
Noch nicht ein einziges eigenes Tor gelang in diesem Jahr. Der Rückzug fiel Neues nach sechs Jahren merklich schwer, auch wenn der Abschied zum Saisonende ohnehin beschlossene Sache war. „Ich kann nicht sagen, dass ich mich nach diesem Schritt gut fühle, aber es musste etwas passieren“, sagt Neues, der das Amt bis zum Saisonende bei seinem Co-Trainer und Freund Wolfgang Pettinger in guten Händen weiß. Ob er sich die Spiele „seiner“ Mannschaft ansehen wird, weiß er noch nicht. Aber helfen will er beim Aufstieg dennoch. „Vielleicht sehe ich mir auch andere Spiele an und kann ein paar Ratschläge geben“, lässt Neues wissen, der überzeugt ist, dass der TuS einen der beiden Aufstiegsplätze belegen wird.
Auch Grün-Weiß Holt kann sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen, hat aber eher eine Entscheidung für die Zukunft getroffen: Der Vertrag mit Trainer André Theißen wird über die Saison hinaus nicht verlängert. Inzwischen ist auch ein Kandidat für die Nachfolge gefunden, den Obmann Oliver Bauß aber nach einer Absprache mit der Neuverpflichtung nicht vor der kommenden Woche bekannt geben will. Die Entscheidung gegen Theißen, der nach Abstieg und Umbau der Mannschaft erst zu Saisonbeginn das Amt übernahm, sei kurz nach Karneval gefallen. Pikant wäre sie, sollte Theißen der Aufstieg in die Bezirksliga gelingen.
Der VfB Hochneukirch geht indes den anderen Weg. Hier wurde der Vertrag von Trainer Reinhard Müller verlängert, obwohl der Klassenverbleib noch nicht gesichert ist. Der Verein ließ verlauten, innerhalb des Vorstandes mit der Arbeit Müllers sehr zufrieden zu sein. Trotz der nach wie vor drohenden Abstiegsgefahr wolle der TuS auch im Jubiläumsjahr mit seinem Trainer weiter zusammenarbeiten.
Josef Coenen droht Ärger
Eine andere Art Bewegung gab es bei Teutonia Kleinenbroich. Trainer Josef Coenen ereiferte sich, Schiedsrichter Hans Jürgen Weyers habe das Spiel gegen Blau-Weiß Meer vergangenen Sonntag „wissentlich verpfiffen“. Dagegen ehrt sich Weyers natürlich vehement. „Es ist eine Frechheit, so etwas zu behaupten“, kontert der Unparteiische. Coenen habe vielmehr die Zuschauer gegen ihn aufgehetzt und bei seinem Verweis aus dem Innenraum gedroht: „Wir sehen uns noch.“ Nach dem Spiel behauptete Coenen zudem, Weyers habe einem seiner Spieler gesagt, Türken hätten auf dem Platz „ohnehin nichts verloren“. Die Angelegenheit hat derweil ein Nachspiel. „Die Sache geht nun an die Spruchkammer, weil Josef Coenen in den letzten Wochen gleich dreimal im Spielberichtsbogen gesondert erwähnt ist“, erklärt Staffelleiter Thomas Klingen.
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