Handball: TVK: Nur neun kommen durch
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 27.08.2010Morgen startet der TV Korschenbroich in eine ganz schwierige Saison in der Zweiten Bundesliga: Um sich für die neue, eingleisige Liga zu qualifizieren, muss der TVK mindestens Neunter werden. Die Aussichten sind gut, denn nie hatte Trainer Khalid Khan einen besseren Kader.
Handball Sie haben aufgerüstet, hart trainiert, manche haben sich wahrscheinlich an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit gebracht. Ein Verein, Delitzsch, sogar bereits darüber hinaus. Morgen beginnt die neue Saison in der zweiten Handball-Bundesliga, und man darf ohne Übertreibung sagen: Es wird die härteste Saison aller Zeiten in dieser Spielklasse. Weil in einem Jahr die Nord- und Südstaffeln zusammengelegt werden, wird nun gnadenlos ausgesiebt. Nur die ersten Neun kommen durch, die untere Hälfte steigt ab. Auch für den TV Korschenbroich geht es demnach um das sportliche Überleben im Lizenz-Handball. Wie praktisch, dass der TVK im Vorjahr bereits Neunter wurde und diese Leistung eigentlich nur noch bestätigen müsste. Khalid Khan, das ehrgeizige Energiebündel auf dem Trainerstuhl, will davon nichts wissen: "Ich will besser werden. Dazu brauchen wir eine außergewöhnliche Mannschaftsleistung und Top-Leistungen unserer Leistungsträger."
Fakten zum TVK
Etat Rund 500 000 Euro
Test Am Dienstag verlor der TVK beim Bergischen HC 24:26.
Derbys OSC Rheinhausen (Heimspiel, 18. September), Bergischer HC (auswärts, 7. November), HSG Düsseldorf (auswärts, 4. Dezember)
Keine Frage, die Mannschaft ist (noch) besser aufgestellt als im Vorjahr. Mit Christian Rommelfanger hat nur ein Feldspieler den Verein verlassen. Dafür sind mit Mathias Fuchs (Rückraum Mitte, Bergischer HC) und Florian Korte (Rückraum links, Leichlinger TV) zwei Top-Leute hinzu gekommen. Außerdem sorgt Dennis Marquardt nach langer Verletzung auf der "Königsposition" mit seinen wuchtigen Vorstößen für Explosivität im TVK-Angriff. "Ich sehe uns nicht mehr von ein bis zwei Spielern abhängig", sagt Khan. Und das war vor zwölf Monaten noch ganz anders.
Der Kader hat in der Breite an Qualität enorm hinzu gewonnen. Das wurde bereits am vergangenen Sonntag beim DHB-Pokalspiel gegen die HSG Düsseldorf deutlich, das der TVK nach zwei Verlängerungen 35:32 gewann. Die HSG, einer der Favoriten auf den Aufstieg in die Erste Bundesliga, legte furios los, konnte aber nicht gleichwertig auswechseln. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Düsseldorfer müde, während von der gut besetzten Korschenbroicher Bank immer wieder frische, durchschlagskräftige Leute kamen, die für entscheidende Momente sorgten. Einer davon war Torwart Sven Bartmann, der eigentlich als Nummer zwei aus Uedringen geholt wurde, um die Nummer eins Florian Mayer (HSV Hannover) zu unterstützen. Mayer fand nicht ins Spiel, Bartmann hielt großartig. Die Torwart-Position bleibt also noch ein Fragezeichen.
Zum Auftakt fährt der TVK nun nach Saarlouis (Anwurf 19.30 Uhr), in der vergangenen Spielzeit eine der heimstärksten Mannschaften der Liga. Khan spricht von einer "Riesenherausforderung", wie die ganze Saison eigentlich. Er sagt aber auch: "Ich habe kein schlechtes Gefühl."
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