Handball: TVK: Pleite gegen Erlangen
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Handball (RP). Nach kopflosem Auftritt in der ersten Halbzeit verliert der TV Korschenbroich 21:24. Allein fünf Siebenmeter nutzt der Abstiegskandidat nicht. Drei Tage hat der Handball-Zweitligist noch Zeit, personell nachzulegen.
bundesliga Fünf Minuten nur hätte das Spiel dauern dürfen. Für den TV Korschenbroich wäre es das Beste gewesen, wenn die Schiedsrichter die Partie gegen den HC Erlangen zu diesem Zeitpunkt beendet hätten. Der TVK hätte 4:0 gewonnen nach einer Glanzleistung. Die Unparteiischen hatten aber kein Einsehen und ließen weiterlaufen. Korschenbroich verlor 21:24, die zweite Überraschung im zweiten Heimspiel in Folge blieb aus. Erlangen war um diese drei Tore besser, auch wenn der TVK insgesamt fünf Siebenmeter nicht verwandelte und so rein rechnerisch hätte gewinnen können. Was einen Sieg der Korschenbroicher aber verhinderte, war die Phase nach der fünften Minute.
Die Gäste kamen besser ins Spiel und kümmerten sich intensiver um Korschenbroichs Spielmacher Simon Breuer, der beim 6:2 schon dreimal getroffen hatte. Nach dem 7:5 für Korschenbroich nahm Erlangens Trainer Andreas Bergemann seine Auszeit und erklärte seinen Spielern, wie sie Korschenbroich völlig aus dem Spiel nehmen könnten. Und das funktionierte. Bis zur Pause gelang dem TVK nur noch ein Tor, Erlangen zog auf 13:8 davon. "Da haben wir begonnen, unkontrolliert zu spielen", sagte TVK-Trainer Christian Voß. "Vorne waren wir zu undiszipliniert, und hinten haben wir nicht konsequent weiter gearbeitet. Wir waren nicht präsent, und das können wir uns als Mannschaft nicht leisten."
Kurz nach dem Seitenwechsel, als Korschenbroich auf 10:13 verkürzt hatte, wurde die Personalnot des TVK noch größer. Christoph Piske sah für ein grobes Foul an Erlangens Christoph Nienhaus zurecht die Rote Karte. Voß musste nun im rechten Rückraum stets wechseln zwischen Steffen Fischer, Mathias Fuchs und Pasqual Tovornik – alle drei brachten es auf ein Tor. Korschenbroich kämpfte weiter und hielt das Spiel lange offen, scheiterte aber immer wieder am starken Torwart Andreas Bayerschmidt. 90 Sekunden vor Schluss, als der TVK in doppelter Überzahl noch mal alles probierte, traf Simon Breuer zum 21:24. Doch zu mehr reichte es nicht. "Mit der zweiten Halbzeit bin ich durchaus zufrieden", sagte Voß. "Insgesamt haben wir das Spiel aber verdient verloren." Somit beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz nun drei Punkte.
Für Voß ist klar: "Die Mannschatf lebt. Sie macht das Optimale aus ihren Bedingungen." Die sind aber nicht optimal, solange kein Ersatz für Florian Korte verpflichtet wurde. "Es wäre super, wenn noch einer kommt", sagte Dennis Marquardt, der im linken Rückraum wieder überzeugte. "Am Ende gehen wir nämlich auf dem Zahnfleisch."
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