Handball: TVK überwindet ein Trauma
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Handball (RP). Mit großer Kampfeslust und spielerischer Finesse gewann der TV Korschenbroich gegen den Favoriten Hamm 33:29. Der Klub ist nicht mehr Letzter und ließ auch den Schock nach dem Kreuzbandriss Florian Kortes hinter sich.
bundesliga Er schickte eine E-Mail vom Krankenbett und wünschte alles Gute. Der frisch operierte Florian Korte war nicht dabei, als seinem TV Korschenbroich eine veritable Überraschung gelang. Der TVK gewann am letzten Hinrunden-Spieltag völlig überraschend gegen den Erstliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen 33:29, sprang auf Platz 17 und überwand sein Trauma. Von der zaghaft eingekehrten Resignation, die Trainer Christian Voß im Zuge der Verletzung Kortes in der Mannschaft festgestellt hatte, von dem fehlenden Elan – davon war nichts mehr zu sehen. "Die Mannschaft hat mich echt beeindruckt", sagte Voß. "Wir haben das Spiel mit Kampf, Wille und Intelligenz gewonnen."
Nur sieben Feldspieler
Mit Wille, weil der TVK mit nur sieben Feldspielern 60 Minuten durchspielte. Simon Breuer wurde in der Abwehr geschont und wechselte dort mit Mathias Fuchs – das war es mit den Wechseln. Pasqual Tovornik schmorte wie der lange verletzte Björn Marquardt 60 Minuten auf der Bank, trotz der unterirdischen Trefferquote von Christoph Piske (3 Tore bei 13 Versuchen) im rechten Rückraum. Zugang Steffen Fischer, der ein ordentliches Heim-Debüt spielte, durfte auf Rechtsaußen ran und erzielte am Ende zwei wichtige Tore.
Wenig Personal hatte Voß, dafür überfiel er den ASV zu Beginn mit einer doppelten Manndeckung. Hamm war zwar darauf eingestellt, wie Trainer Kay Rothenpieler bemerkte. Dennoch hemmte die Maßnahme den Spielfluss der starken Gäste. Nach 27 Minuten führten die Westfalen 16:13, doch bis zur Pause glich Korschenbroich auf 17:17 aus. In der zweiten Halbzeit glänzte der TVK zeitweise mit spielerischer Finesse. Der erkrankte Simon Breuer erzielte die einfachen Tore, Dennis Marquardt im linken Rückraum und Kreisläufer Marcel Görden sorgten für die schönen Treffer. Und weil Torwart Sven Bartmann im zweiten Abschnitt ebenfalls zu Glanzform auflief, kam Korschenbroich beim 29:26 (56. Minute) erstmals zu einer klaren Führung. "Wir hatten zu jeder Zeit die richtige Antwort", sagte ein erschöpfter Simon Breuer, der auch zugab: "Wir haben zuletzt nicht so gut trainiert." Am Donnerstagabend hatte Voß die Mannschaft zur Aussprache gebeten, am Freitag legte der starke Kreisläufer Marcel Görden nach. Und kurz vor dem Spiel kam die Mail Kortes – alles zusammen hatte die wohl heilsame Wirkung auf das TVK-Spiel. "Seit Donnerstag ist es bergauf gegangen", sagte Voß. "Ich glaube, wir sind aus dem Korte-Schock raus."
"Wir haben selbst mit dem Kader die Chance, jede Woche zu punkten", sagte Simon Breuer. Dennoch will der TVK noch einen Ersatz für den Torjäger verpflichten. Bis zum 15. Februar dürfen Spieler noch den Verein wechseln.
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