Fußball: Vom Atlantik an die Niers
VON KURT THEUERZEIT - zuletzt aktualisiert: 13.11.2008Odenkirchens neuer Trainer Henk Rayer arbeitete zuletzt erfolgreich in Surinam. Der Holländer kehrte nach Venlo zurück und wurde jetzt von Fußballobmann Frank Breuer für den Landesligisten „entdeckt“.
Henk Rayer
Spieler bei SV Blerck (1966 – 1970) und VV Venlo (1971 bis 1973)
Trainererfolge 1991 Aufstieg mit VVV Venlo in die niederländische Ehrendivision. 2008 Meister von Surinam mit Inter Monoe Tape. Zwei holländische Amateur-Meisterschaften mit Geldrop und eine Reihe weiterer Titel und Aufstiege in Amateurligen.
Vom Atlantischen Ozean an die Niers. Ein weiter, ein ungewöhnlicher Weg, den Henk Rayer in den vergangenen Monaten zurückgelegt hat. Der 59-Jährige wurde am Dienstag beim Landesligisten Odenkirchen 05/07 der Mannschaft als neuer Trainer vorgestellt. Der Holländer ist Nachfolger von Trainer Peter Schleuter und hat ebenfalls eine respektable Erfolgsbilanz vorzuweisen. Zuletzt trainierte er Inter Mongoe Tapoe in Surinam.
In die ehemalige holländische Kolonie in Südamerika hatte ihn Ronny Brunswijk geholt, der Besitzer dieses Spitzenclubs. Mehr Professionalität sollte Henk Rayer den surinamischen Kickern vermitteln, was vorher den einheimischen Trainern nicht gelungen war. Fünfmal musste seine Spieler pro Woche ran. Aber die Arbeit lohnte sich: Inter wurde Meister 2008. Nebenbei fungierte er noch als Co-Trainer der Nationalmannschaft. Aber dieses Engagement gab er auf: „Da wurde ich nicht richtig bezahlt.“
Zurück nach Europa kam er in diesem Jahr wegen seiner Schwester, die sehr krank ist. Seitdem wohnt er wieder in Venlo, wo er seinen wohl größten Erfolg feierte: 1991 stieg er mit VVV Venlo in die Ehrendivision auf, musste sich aber ein Jahr später mit dem Abstieg abfinden. Von 1993 bis 1995 trainierte er zum ersten Mal in Deutschland: Oberligist Viktoria Goch.
Nach Odenkirchen ist er nun durch den langjährigen Kontakt mit dessen designierten Fußballobmann Frank Breuer gekommen. Der trainierte als Aktiver bei VVV Venlo und lernte dabei Henk Rayer kennen. „Dieser Kontakt ist nie abgerissen. Henk ist für uns in dieser Situation ein Glücksgriff“, sagt Frank Breuer. Bereits am vergangenen Sonntag hat Rayer die Odenkirchener gegen Dormagen beobachtet. Und er hatte einen durchaus positiven Eindruck: „Ein paar kleine Umstellungen, dann müsste es besser als gegen Dormagen laufen.“ Nach einem kurzen Blick zu Frank Breuer ist er sicher: „Vielleicht brauchen wir auch noch einen Stürmer.“
Henk Rayer ließ, nachdem er der Mannschaft vorgestellt worden war, keine Zeit verstreichen und übernahm direkt das Training. Am Sonntag wird er in Hilden schon auf der Bank sitzen und hofft sein Debüt zumindest mit einem Punktgewinn zu starten: „Es wäre für mich und die Mannschaft schon sehr gut, wenn uns das gelingen sollte.“ Dadurch könnte in Odenkirchen nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen wieder Ruhe einkehren.
Die hat sich offensichtlich auch in Giesenkirchen wieder eingestellt. Beruhigend wirkte schon das 2:1 gegen Baumberg. Gelingt gegen Uedesheim noch ein Sieg, dann können sich die Giesenkirchener schon mit der Weihnachtsfeier beschäftigen. Der 1. FC braucht in Grevenbroich-Süd wieder mal einen Sieg, um den Kontakt zur Tabellenspitze zu halten.
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