Nettetal: 35.000 Bienen verbrannt
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009Nettetal (RPO). Fünf Bienenvölker sind am Sonntag beim Brand des Bienenhauses auf dem Naturschutzhof im Lobbericher Sassenfeld vernichtet worden. Die Kriminalpolizei vermutet entweder Fahrlässigkeit oder Brandstiftung.
Einen technischen Defekt schließt sie aus, da das Haus keine Stromverbindung hat.
Imker Kurt Lemke hatte gestern gegen 9 Uhr wie immer das Nutzvieh auf dem Hof versorgt und bei den Bienen nach dem rechten gesehen. Als er eine halbe Stunde später rein zufällig am Hof vorüberkam, entdeckte er Rauch. Das Bienenhaus unweit des Eingangs brannte. Die sofort alarmierte Feuerwehr Lobberich konnte nur noch die Reste des völlig ausgebrannten Bienenhauses löschen.
Alle Königinnen weg
Hier waren fünf Völker untergebracht. Lemke schätzt, dass er etwa 35.000 Bienen verloren hat – entweder verbrannten sie oder sie ergriffen die Flucht. Zu befürchten ist, dass bei dem Brand alle Königinnen umkamen. In dem Bienenhaus verwahrte Lemke außerdem eigenes Handwerkszeug und Erinnerungen an seine pommerische Heimat, darunter Bernstein und zahlreiche Bilder. Alles wurde ein Raub der Flammen.
"Kurt Lemke ist am Boden zerstört. Seit Jahrzehnten betreut er hier die Bienenvölker. Seine Bienen-Show ist ein Markenzeichen des Naturschutzhofes. Ganze Generationen von Schul- und Kindergartenkindern hat er an die Bienen herangeführt", sagte Heinz Tüffers, Vorsitzender des Naturschutzbundes Nettetal und wie Lemke einer der Gründerväter des Hofes niedergeschlagen. "Für uns ist das unverzichtbar", fügte er hinzu.
Tüffers fürchtet, dass das Bienenhaus durch Brandstiftung vernichtet wurde. "Bisher hatten wir mit Vandalismus eigentlich wenig zu tun. Ich kann mir nicht vorstellen, warum jemand so etwas macht.
Denkbar ist eigentlich nur, dass – sollte es Brandstiftung gewesen sein – der oder die Täter aus dem rückwärtigen Bereich des Naturschutzhofes auf das Bienenhaus losgegangen sind." Wie Tüffers weiter berichtet, gibt es dennoch hin und wieder unliebsame Gäste. Mehrfach wurden wertvolle Pflanzen aus frisch angelegten Beeten gestohlen, im Gegenzug setzen ökologische Dummköpfe Fische in die Moorteiche ein. Jahr für Jahr müssen sie herausgeholt werden.
Wiederaufbau
Das Team des Naturschutzhofs ist fest entschlossen, ein neues Bienenhaus anzulegen. "Wir brauchen Bretter und Stützbalken und noch ein paar Dinge. Manches lagert hier. Mit einigen hundert Euro dürften wir schnell ein neues Bienenhaus aufbauen können", sagte Tüffers. Er wäre froh, wenn Bürger sich mit Spenden oder anderweitig am Wiederaufbau beteiligen könnten.
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