Nettetal: Abfuhr wird nicht teurer
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.11.2010Nettetal (RPO). Die Abfallgebühr des Kreises Viersen bleibt für alle Abfallarten 2011 unverändert. Das Ident-System in Grefrath und Nettetal hat in beiden Gemeinden das Abfallvolumen in grauer und brauner Tonne verringert.
Abfall in Bewegung
Sperrmüll Nach Beobachtungen des Abfallbetriebs Kreis Viersen ist das Aufkommen von Sperrmüll erheblich zurückgegangen. In Viersen wurde 13 Prozent weniger Sperrmüll eingesammelt, in Nettetal verhielt es sich ähnlich.
Verhalten Im Abfallbetrieb wird spekuliert, dass Haushalte Möbel und Hausrat länger benutzen und nicht mehr schnell austauschen.
Die Frage, wo der Abfall geblieben ist, den die Nettetaler seit dem 1. Januar weder in die graue noch in die braune Tonne geworfen haben, kann auch Reinhard Wernitz nicht beantworten. Der Leiter des Abfallbetriebs beim Kreis Viersen weiß nur, dass seither etwa zehn Prozent weniger Müll aus Nettetal angefallen sind. "Vielleicht haben die Nettetaler schlicht genauer getrennt und insgesamt weniger Müll verursacht", meint Wernitz.
Seit Beginn diesen Jahres erfassen die Müllfahrzeuge von EGN in Nettetal jede graue oder braune Tonne, die zur Abfuhr an die Straße gestellt werden. Sie wird dem Haushalt in Rechnung gestellt. Das Ident-System hat ein Jahr zuvor auch schon in Grefrath diesen Effekt gehabt. Die Befürworter sind sicher, dass Ident gerechter ist. Vielleicht trägt es tatsächlich dazu bei, dass weniger Müll anfällt, weil Bürger bewusster damit umgehen.
Keine Fehlwürfe
Die an das Ident-System angeschlossenen Haushalte haben ihren Abfall auch nicht in die falsche Tonne geworfen, um zu sparen: Mehr Restmüll oder kompostierbare Abfälle als sonst wurden weder in Gelb, noch Blau oder Sperrmüll entdeckt. Und im Wald oder in Papierkörben ist dieser Abfall auch nicht gelandet. Allein in Nettetal sind damit 760 Tonnen weniger Abfall produziert worden.
Die Müllgebühren-Systematik sorgt normalerweise dafür, dass solche Phänomene zur Verteuerung führen. Aber die Gebühren, die der Kreis erhebt, werden im kommenden Jahr unverändert bleiben für Hausmüll, Sperrmüll, Bioabfälle, Strukturabfälle (Pflanzenabfälle) und für private Kleinanlieferungen auf der früheren Deponie in Süchteln. Das gilt auch für die anorganischen Abfälle (überwiegend aus der Müllverbrennung), die auf der Deponie Brüggen II abgelagert werden, und die Einzelanlieferungen organischer Abfälle aus Gewerbe und Industrie in Süchteln.
Erfreut werden die Städte und gemeinden zur Kenntnis nehmen, dass sie weiterhin bis zu 85 Euro pro Tonne Papier, Pappe und Karton (PPK) als Erstattung erhalten. Bis zum Jahr 2014 hat der Kreis nach neuerlicher Ausschreibung einen Vertrag geschlossen. Dabei erhalten die Städte und Gemeinden einen Sockelbetrag in Höhe von 10 Euro und einen zusätzlichen Betrag in Euro je Tonne, der nach einem Index richtet, der monatlich neu für die PPK-Fraktion ermittelt wird. Bisher hatten sie einen ähnlichen Betrag erhalten, der sich aber anders zusammensetzte. Der Kreis hatte einen Vertrag mit extrem hohem Festpreis geschlossen. Selbst als der PPK-Preis infolge der Wirtschaftskrise auf fünf Euro fiel, blieb er unverändert. FRAGE DES TAGES
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


