Nettetal: Abpfiff für das Jugendturnier?
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.11.2008Nettetal (RPO). Nach Zwischenfällen beim „soccer@midnight“ droht der Veranstaltung der Nettetaler Jugendzentren das Aus. Die Stadt will einige Fakten sammeln und sich mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen. Dann fällt die Entscheidung.
Das von den Jugendzentren und Streetwork Nettetal ausgerichtete Turnier „soccer@midnight“ in der Sporthalle an der Süchtelner Straße in Lobberich steht auf der Kippe. Erster Beigeordneter Armin Schönfelder bestätigte gestern auf Anfrage der RP, dass das Turnier kaum mehr in der bisherigen Form fortgesetzt werde.
Seit mehreren Jahren organisieren die ausschließlich von der katholischen und evangelischen Kirche getragenen Jugendzentren gemeinsam mit dem „Kolibri“ aus Bracht und Streetwork Nettetal (Trägerin ist die Pfarre St. Sebastian Lobberich) ein Hallenfußball-Turnier. Gezielt sollten gerade diejenigen Jugendlichen, die nicht in Vereinen spielen, hier Fußball spielen. Im Rahmenprogramm informieren die Veranstalter mithilfe von Fachinstitutionen über jugendrelevante Themen wie Drogenmissbrauch oder auch Aids. Erreicht wurden dabei sehr viele Jugendliche mit Migrationshintergrund:
soccer@midnight
Turnier 14 Mal fand bisher soccer@midnight in Lobberich statt.
Teilnehmer Die Jungs spielen in zwei Altersgruppen Fußball, es gibt einen Fahrdienst für die Jüngeren. Die Mädchen beteiligen sich oft am Rahmenprogramm.
Kritik Die Eingangskontrollen seien zu lasch, heißt es, außerdem reichten die Security-Kräfte allein zahlenmäßig nicht aus, um ihrer Aufgabe gerecht zu werden.
Streit zwischen Mannschaften
In der letzten Ausgabe des Turnier vor knapp zehn Tagen gerieten die halbwüchsigen Spieler einer Mannschaft aneinander. Ob sie es von vornherein darauf angelegt hatten, das Turnier aufzumischen, lässt sich kaum nachvollziehen. Älteren Jugendlichen wurde es schließlich zu bunt. Sie riefen im Einverständnis mit den Veranstaltern die Polizei.
„Ich bin damit beschäftigt, die Fakten zu sammeln. Bisher liegen mir die einzelnen Berichte beispielsweise der Polizei noch nicht vor. Wenn wir eine Übersicht haben, möchten wir als Stadt mit den Pfarr- und Kirchengemeinden sowie den Vertretern der Jugendzentren über das weitere Vorgehen reden. Das wird auf jeden Fall noch im Dezember sein“, erklärte Schönfelder. Ihm lägen ernst zu nehmende Klagen von Anwohnern der Sporthalle, vom Leiter der benachbarten Hauptschule und vom Hausmeister vor. „Darüber kann ich als Ordnungsdezernent nicht hinwegsehen“, so Schönfelder.
Angeblich hat es eine Reihe von Beschädigungen in der Halle, in ihrem Umfeld und an der Schule gegeben. Berichtet wurde auch von einem Einbruchsversuch in die Schule. Konkrete Fragen mochte Schönfelder zunächst nicht beantworten. Er müsse erst die noch fehlenden Berichte haben und auswerten können.
Heute tagt der Jugendausschuss, den Schönfelder über den bisherigen Sachstand informieren will. Das Turnier will Schönfelder nicht von vornherein in Frage stellen. Er ließ allerdings gestern keinen Zweifel daran, dass er eine straffere Organisation erwartet. Die aufgebotenen eigenen Sicherheitskräfte hätten jedenfalls nicht ausgereicht. Enttäuscht habe ihn auch, so Schönfelder, dass er von den Veranstaltern nicht unmittelbar über die Zwischenfälle informiert worden sei. KOMMENTAR/FRAGE DES TAGES
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