Nettetal: Alle Fenster gehen nach Süden
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 16.11.2011Nettetal (RP). Die Baugesellschaft hat das Studentenwohnheim an der Ringstraße als Null-Energie-Haus konstruiert. Solarzellen produzieren Strom, eine thermische Anlage verwandelt Licht in Strom und ein Wärmetauscher lüftet.
Große Fensterfronten nach Süden lassen Licht und Sonne in die Räume. Nach Norden ist die Fassade das Gegenteil. Die Fenster sind klein, die Wände dick. "Auf diese Weise wollen wir möglichst viel Strahlungsenergie zur Wärmegewinnung nutzen und die Verluste gering halten", erklärt Architekt Udo Thelen.
Der Architekt aus Kempen hat das Studentenwohnhaus an der Ringstraße als Null-Energie-Haus geplant. "Das heißt, das Gebäude produziert so viel Energie wie es selbst verbraucht." Solarzellen auf dem Dach produzieren Strom für das öffentliche Netz, eine thermische Anlage nutzt das Licht zur Warmwasseraufbereitung. "Damit wir keine Leitungsverluste haben, gibt es in jeder Wohnung einen Wärmetauscher", sagt Thelen. Er hat Energiegewinnung und Verlustminimierung eingeplant.
Modernes Wohnen
Wohnungen Die Appartements sind zwischen 24 und 36 Quadratmeter groß und nicht nur für Studenten reserviert. Im Prinzip kann jeder dort einziehen.
Null-Energie-Haus ist die Weiterentwicklung des Passivhauses und bedeutet, dass das Gebäude die Energie, die es verbraucht selbst erzeugt. Nicht berücksichtigt ist dabei die Energie, die der Bau gekostet hat und das, was die Bewohner verbrauchen.
Dicke Isolierung
Um Wärme innen und Kälte draußen zu halten, hat er die Mauern dick eingepackt. Rund 30 Zentimeter Dämmmaterial trennen die Räume von der Außenwelt und den Keller vom Erdreich. Üblich ist eine Schicht von zwölf bis 14 Zentimetern. Das Dach erhielt eine 40 bis 60 Zentimeter dicken Isolierung, die dreifach verglasten Fenster sollten möglichst geschlossen bleiben.
Eine Lüftungsanlage bringt eine ständig frische Brise in die Wohnungen und transportiert Feuchtigkeit und verbrauchte Luft nach draußen. "Sie ist regulierbar. Wenn jemand Besuch hat, kann er sie höher einstellen." Die Anlage saugt frische Luft an, leitet sie an der Abluft vorbei, wo sie sich erwärmt. Durch Filtersysteme strömt sie in die einzelnen Wohnungen.
Die Mieter, die seit Anfang Juli in die insgesamt 20 Appartements gezogen sind, haben einen Verhaltenskodex bekommen. "Sie müssen vor allem darauf achten, Fenster und Türen nicht offen stehen zu lassen, sonst funktioniert das ganze System nicht", sagt Hans Moors, Vorstand des Bauherren Baugesellschaft Nettetal. "Wir hoffen, bei den jungen Leuten auf Verständnis zu stoßen."
Zwar ist jede Wohnung für kalte Wintertage zusätzlich mit einer Gasheizung ausgestattet, die soll aber in der kalten Jahreszeit nicht im Dauerbetrieb laufen. "Im Prinzip reicht die eigene Körpertemperatur, um die Räume aufzuwärmen. Jede Wohnung ist eine abgeschlossene Einheit und auf ihre Dichtheit getestet", betont Hans Moors.
"Wir konnten uns bei der Planung nicht an Vergleichsobjekten orientieren, da es kaum Erfahrungen mit Mehrfamilienhäusern im Null-Energie-Standard gibt. Es wird interessant sein herauszufinden, wie hoch die Betriebskosten konkret sind", ergänzt er. Das Unternehmen betrat mit dem Haus Neuland. Die Lüftungsanlage sorgt für ein konstantes Raumklima von 20 bis 22 Grad Celsius. FRAGE DES TAGES
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