Nettetal: Alles geht seinen Gang
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009Nettetal (RPO). Die Aufgabe von longlife verzögert die Entwicklung der südlichen Innenstadt Lobberichs nicht. VW Hölter geht bis zum Jahresende weg. Ungewiss ist allerdings weiterhin die Zukunft des insolventen Kaufhauses Hertie.
Die Entscheidung des Teppichbodenherstellers longlife, bis Mitte des Jahres die Produktion in Lobberich einzustellen, wirkt sich nicht auf die Pläne der Stadt Nettetal an der Johannes-Cleven-Straße aus. Dies erklärte auf Anfrage jetzt Pressesprecher Christoph Kamps.
"So traurig das für das Unternehmen, die Mitarbeiter und die gesamte Stadt ist – die Einstellung der Produktion beeinträchtigt die Pläne nicht", erklärte Kamps. Möglicherweise beschleunige sich damit sogar der Räumungsprozess für Investor ten Brinke. Darüber sei der Stadt allerdings nichts näher bekannt.
Zwei Spots
Einkaufszentrum Mit dem Abbruch der Gebäude wird für Frühjahr 2010 gerechnet. Bauphase: acht Monate. In zwei Jahren soll das neue Einkaufszentrum an der Johannes-Cleven-Straße fertig sein.
Hertie Es soll einen Interessenten für die gesamte Kette geben. Nähres ist noch nicht bekannt.
Der Süden in Bewegung
Die Firma longlife hatte sich bekanntlich entschlossen, den Standort des zweiten Betriebes in Lobberich an der Johannes-Cleven-Straße aufzugeben. Schrittweise sollte das Unternehmen mit Stammsitz an der Niedieckstraße umsiedeln zur van-der-Upwich-Straße. Dort war nach Auskunft der Firma ten Brinke bereits ein Grundstück erworben worden.
Den Süden der Lobbericher Innenstadt werden voraussichtlich in diesem Jahr longlife und auch VW Hölter verlassen. Kurz vor Ostern floss der zwischen Hölter und ten Brinke vereinbarte Verkaufspreis auf das Konto des Automobilhändlers. Verkauf und Werkstatt verlagern sich zur Viersener Straße nach Dülken (siehe Meldung). Damit wird die gewerblich genutzte Fläche frei für Pläne, ein neues Einkaufszentrum am Rand der Lobbericher Innenstadt zu errichten.
Als so genannter Ankermieter steht die Firma Kaufland bereits fest, man bemüht sich derzeit um weitere Mieter, möglichst aus dem Non Food-Bereich, wie Unterhaltungselektronik, Drogerie und anderes. Im Anschluss soll zur von-Bocholtz-Straße hin das neue Viertel fortgesetzt werden. Auf dem Gelände der Bongartzstiftung könnten neue Gebäude für barrierefreies Wohnen mit Gastronomie, Geschäften und Dienstleistungen errichtet werden.
Ungewiss ist weiterhin, wie es auf der anderen Seite der von-Bocholtz-Straße mit dem insolventen Kaufhaus Hertie weitergehen wird. Seine Fortführung gilt als bedeutender Baustein in der innerstädtischen Entwicklung. Am 20. Mai findet in Essen die Gläubigerversammlung statt. Da die Immobilienpreise inzwischen erheblich nachgegeben haben, dürfte der zeitweilig angepeilte Verkauf nicht mehr erstrebenswert sein.
Was wird aus Hertie?
Die Zahlungsunfähigkeit von Hertie führte Insolvenzverwalter Biner Bähr auf die hohen Mieten zurück, die dem ebenfalls insolventen Finanzinvestor Dawney Day zu entrichten waren. Die Filialen mussten dafür 20 Prozent ihre Umsatzes aufbringen – das Fünffache üblicher Preise. FRAGE DES TAGES
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