Nettetal: Alsmanns Geheimnis
VON ANGELA WILMS-ADRIANS - zuletzt aktualisiert: 05.12.2007Nettetal (RPO). Wo findet ein Freak des deutschen Jazzschlagers die nur für Auserwählte vorbehaltenen Schätze des Genres? Götz Alsmann fabulierte dazu hahnebüchene Geschichten. In der Werner-Jaeger-Halle stellte der „König des deutschen Jazzschlagers“ mit seiner Band das brandaktuelle Programm „Mein Geheimnis“ vor. Mit schräger, hochstehender Tolle im ansonsten gediegenen Haarschnitt und in Anzug mit Fliege entfaltete Alsmann mit unermüdlicher Power sein Temperament als Sänger, Pianist und Moderator.
Für den Entertainer war es der bisher vierte Besuch in Nettetal. „Für uns endet die schlimme Nettetal-lose Epoche,“ köderte er in seiner rasanten Begrüßung das Publikum. Selten dürfte der Name der Stadt so häufig gefallen sein, wie an diesem Abend, mal spaßig verbrämt, ironisch und als Teil der Publikumsnähe. „Ich rede gern“, bekannte Alsmann schelmisch, verbunden mit der Warnung „Vertrauen Sie mir keine Geheimnisse an“. Das war dann gleich die Überleitung zu dem Lied „Ich bin so indiskret, kein Mann, der sich auf Geheimnisse versteht“. Beim Singen gab er sich lässig und locker. Oftmals ging er rhythmisch mit den Beinen mit, sprang kurz auf und war auch hier mit allen Fasern des Körpers im Einsatz. Beim Singen wandte er nonchalant den Blick zum Publikum, karikierte sich selbst mit schrägem Grinsen und durchdringendem Blick. Alsmann hat die Gabe seine Auftritte witzig, spaßig zu verpacken und dabei mit toller Musik aufzuwarten. Dazwischen reizte er mit phantastisch überdrehten Geschichten im dramatisch gesteigerten Erzählton die Lachmuskeln seiner Zuhörer.
Nach der Pause gestattete sich der Meister einen großen Alleingang mit der kleinen Ukulele. Doch ansonsten war seine Band einfach unverzichtbar. Natürlich stellte er auch seine Mitstreiter nicht im üblichen Ernst vor, sondern dichtete einem jedem der vier Musiker recht eigenwillige Findungen ins Musikerleben an, etwa zu Alfred am Vibraphon, der erst durch ein Titelblatt mit Brigitte Bardot das Berufsziel Papst gegen das Vibraphonspiel eingetauscht hätte. Schlagzeug, Bassgitarre, Bongos und ein witziges Repertoire für ungewöhnliche Klangbilder rundeten den Sound ab. Ganz klar: Das Publikum dankte immer wieder mit tollem Beifall und anerkennenden Rufen.
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