Nettetal: Am Strandweg kann gebaut werden
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2010Nettetal (RPO). Anstelle des vor knapp zwanzig Jahren geplanten Hotels sollen am Nettebruch demnächst 14 Wohnhäuser errichtet werden. Bezirksregierung und Kreis haben die Pläne abgespeckt. Trotzdem lehnen SPD und Grüne die Planung grundsätzlich ab.
SPD und Grüne lehnen weiterhin die Bebauung eines ufernahen Streifens am Nettebruch in Lobberich ab. Das ursprünglich geplante Hotel ist längst zu den Akten gelegt, die Fläche wird jetzt umgeplant für den Bau von Wohnhäusern. Auch wenn Untere Landschaftsbehörde (Kreis Viersen) und die Bezirksregierung in Düsseldorf die eingereichte Planung deutlich zusammengestrichen haben, bleiben die beiden Fraktionen bei ihrer Ablehnung.
Vor knapp zwanzig Jahren sorgte der Plan schon einmal für helle Aufregung. Damals hatte Kurt Schmidt die Idee, am Strandweg, zwischen Breyeller Straße und Seeufer, ein Hotel zu errichten. Das Thema entzweite sogar die SPD. Der damalige Planungsausschuss-Vorsitzende Hans Hoeke (SPD) verließ die bis dahin klare Linie, dass die Seeufer komplett von einer Bebauung frei zu halten seien.
Was folgt jetzt?
Beschluss Der Planungsauschuss hat jetzt die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes mehrheitlich beschlossen.
Bürger Die Bürger werden im Verfahren jetzt beteiligt, vorgesehen ist dazu unter anderem demnächst eine Bürgerversammlung.
Kein Co-Investor
Jahre später schien die ganze Aufregung umsonst gewesen zu sein. Schmidt fand keinen Co-Investor, der Hoteltraum platzte. Jetzt will er in herausgehobener Lage Wohneigentum schaffen. Aus Sicht von CDU, FDP, ABK und WIN ist mit der jetzt vorgelegten Planung ein tragbarer Kompromiss gefunden worden. Das Seeufer und die Wegeverbindung bleiben unberührt, die Bäume dort bleiben auch weitgehend erhalten.
Dass zusätzlich ein Kreisverkehr etwa in Höhe der ehemaligen Tankstelle im Plan auftaucht, ärgert sowohl FDP als auch SPD. Den Liberalen wird in Lobberich prinzipiell schon zu viel gekreiselt, die SPD führe lieber im Verlauf der Straße auf Höhe Onnert/Quellensee im Kreis, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Stadt hat den Kreisel aber auch deswegen eingeplant, weil gegenüber der Bauhof steht, dessen Fahrzeuge sich dann auch besser in die am stärksten befahrene innerstädtische Straße einfädeln könnten.
Die Befürworter der Planung sehen auf jeden Fall die Chance, dass der ziemlich ungeordnete und wenig ansehnliche Ortseingang Lobberichs von Breyell her weitaus besser gestaltet werden kann. Die FDP würde sich möglicherweise dem Kreisverkehr nicht in den Weg stellen, wenn dafür kein Geld aus dem Stadtsäckel fließen müsste. Die Botschaft ist klar: Der Investor des Baugebietes soll die Kosten übernehmen. Da allerdings nur 14 Häuser geplant werden können, dürfte sich die Bereitschaft aus ökonomischen Gründen in sehr engen Grenzen halten. Außerhalb der Tagesordnung murmelte ein Ausschussmitglied, er sei gespannt, ob hier überhaupt etwas passiere.
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