Nettetal: An die Arbeit in 2009
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 02.01.2009Nettetal (RPO). Die Stimmung im Rathaus ist zu Beginn des Jahres 2009 gelöster als in vorhergehenden Jahren. Endlich besteht etwas mehr finanzieller Spielraum. Rund 15 Millionen Euro investiert der „Konzern“ Nettetal.
Das neue Jahr beginnt vielversprechend. Mit einem kommunalen Konjunkturprogramm von etwa 15 Millionen Euro will die Stadt Nettetal der Rezession trotzen. Allein der Wirtschaftsplan des Nettebetriebs liest sich wie ein Investitionsprogramm aus fast vergessenen Gründungstagen Nettetals. Denn seit 1998 wird in Nettetal an allen Ecken und Enden gespart.
Mehr Geld als bisher hat die Stadt nicht zur Verfügung. Im wesentlichen gibt es drei Ursachen für die Ausgabefreudigkeit der Stadt im neuen Jahr. Der vor einem Jahr installierte Nettebetrieb nimmt Fahrt auf. Er allein investiert in diesem Jahr 7,1 Millionen Euro. Das neue Haushaltssystem mit kaufmännischen Prinzipien bietet eine ganz andere Grundlage, und die Stadt beginnt dank (noch) sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen, den Investitionsstau vergangener Jahre aufzulösen.
Die Schulden
Entwicklung In den vergangenen fünf Jahren hat die Stadt ihre Schulden von knapp 30 Mio. Euro auf aktuell 23,8 Mio. Euro senken können.
Eigenbetriebe Schulden in gut doppelter Höhe drücken außerdem den Abwasserbetrieb.
Profitieren soll davon möglichst die heimische Wirtschaft. Zwar kommt die Stadt nicht an Ausschreibungen vorbei, an denen sich jeder Anbieter beteiligen kann. Doch war die Stadt als Auftraggeber beispielsweise der Bauwirtschaft in den vergangenen Jahren weitgehend ausgefallen. Es stehen für die Immobilienabteilung umfangreiche Reparaturen und Sanierungsarbeiten an (beispielsweise Parkstübchen Hinsbeck, Feuerwehrgerätehaus Kaldenkirchen), außerdem werden am Werner-Jaeger-Gymnasium und im Schulzentrum Kaldenkirchen (Realschule und Hauptschule) Mensen errichtet.
Millionen im Kanalbau
Der Geschäftsbereich Abwasser steckt einige Millionen Euro wieder in die Sanierung und den Ausbau des Kanalsystems der Stadt. Auch hier verteilen sich die anstehenden Arbeiten auf alle Stadtteile. Noch vergleichsweise bescheiden nimmt sich im Etat der Anteil des Geschäftsbereichs Tiefbau aus, der noch integriert wird. Aber auch hier fließen einige hunderttausend Euro in Fremdvergaben bei der Unterhaltung von Straßen, Wegen, Plätzen und Grünflächen. Gut eine Viertelmillion Euro werden beim Baubetriebshof fällig für den Kauf von neuen Fahrzeugen und Geräten. Ersetzt wird beispielsweise ein 46 Jahre (!) alter Kippanhänger, der mittlerweile immer reparaturanfälliger geworden ist. Wundern kann das niemanden.
„Wir haben ein kleines Konjunkturprogramm für die Stadt geschnürt“, stellte Harald Rothen, der den kaufmännischen Teil des Nettebetriebs verantwortet, unlängst mit großer Zufriedenheit fest. Die Integrationskraft, die allein vom Nettebetrieb ausgeht, gibt seiner Meinung nach dem „Unternehmen Stadt Nettetal“ zusätzlichen Schub. Denn letztlich finden hier traditionelle kaufmännische Denkweisen aus dem Bereich der Stadtwerke und das alte kameralistische System aus der Verwaltung zueinander. „Die Aufbruchstimmung gerade im Nettebetrieb ist unverkennbar“, meint Rothen. Es macht augenscheinlich wieder deutlich mehr Freude, in der und für die Stadt Nettetal tätig zu sein.
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