Nettetal: Angst in der Dunkelheit
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009Nettetal (RPO). Kunden der Sparkasse am Doerkesplatz betrachten die gesamte Umgebung als Angst-Raum. Immer wieder werden hier Leute belästigt.
Das Thema ist bei Sparkasse, Polizei und Stadt bekannt. Bisher gibt es keine befriedigende Lösung.Dilemma
Doerkesplatz Auch zehn Jahre nach dem Bau des Rathauses – die Sparkasse war weitaus früher schon vorhanden – ist der Doerkesplatz im Herzen von Lobberich nicht "gefasst". Der Wunsch war stets, dass auch der kaum bebaute Außenring einmal mit Geschäften und/oder Wohnhäusern gestaltet wird.
Kontrolle So fehlt die "soziale Kontrolle", weil nach Dienstschluss kaum mehr jemand auf dem Platz, der sonst als Parkfläche dient, unterwegs ist.
Wenn Kunden abends, nach Schalterschluss, noch Bankgeschäfte in der Sparkasse am Doerkesplatz erledigen möchten, geht oft die Angst mit. Vor allem Frauen fürchten sich, ab Einbruch der Dunkelheit Geld abzuheben, Beträge am Automaten zu überweisen oder auch Kontoauszüge zu ziehen. Die Sparkasse am Doerkesplatz gilt als Angst-Raum.
Das bestätigt die Sprecherin der Kreispolizei, Hauptkommissarin Antje Heymanns. "Wir kennen die Situation dort und haben auch schon Empfehlungen ausgesprochen." Soweit sie wisse, habe sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr ein wenig verbessert. Die Sparkasse und die Stadt wissen auch, dass dieser Bereich ein Angst-Raum ist. Aber bisher ist niemand in der Lage abhilfe zu schaffen. Die Angst geht weiterhin jeden Abend mit.
Kummer an der Bushaltestelle
Kummer bereitet der Sparkasse nach Angaben von Jörg Dembowski vor allem die Bushaltestelle vor der Tür. "Da treffen sich zeitweilig mehr als hundert überwiegend junge Leute. Im Schutz dieser Ansammlungen kommt es schon während der Schalterstunden in der Sparkasse häufig zu Vandalismus. Ich weiß gar nicht, wie oft bereits die Glasscheibe vorne weggetreten wurde. Eine Videoüberwachung ist da nicht möglich."
Hier treffen nämlich öffentlicher Verkehrsraum und Sparkassen-Eigentum aufeinander. Im öffentlichen Raum gibt es keine Videoüberwachung. Und drinnen, im Vorraum mit den Automaten, geht auch oft die Post ab. Mit ihren Sparkassen-Karten verschaffen sich Jugendliche Zutritt, wärmen sich hier, trinken und belästigen Kunden, die außerhalb von Dienststunden etwas erledigen möchten. Das Schild, man dürfe sich nur zu Bankgeschäften hier aufhalten, wird überhaupt nichts zur Kenntnis genommen.
Die Sparkasse wird sich möglicherweise zu baulichen Veränderungen durchringen müssen, will aber eben ihr Rund-um-die-Uhr-Geschäft mit dem Service an Automaten nicht aufgeben. Die Polizei rät der Sparkasse dringen dazu, noch mehr für die Sicherheit zu tun. In einer Gesprächsrunde im vergangenen Jahr wurden bereits Schritte diskutiert, die die Sparkasse auch soweit wie möglich umgesetzt hat. "Das hat schon zu etwas mehr Ruhe geführt. Aber von Entspannung der ganzen Situation kann keine Rede sein", räumt Dembowski ein.
Hinterhofsituation
Auch Bürgermeister Christian Wagner kennt das Problem. "Es gibt die Anweisung an die Ordnungskräfte, sich da immer wieder einmal umzusehen. Aber sie können ja nicht pausenlos dort kontrollieren", seufzt er. Die Hinterhofsituation, in der sich Sparkasse und Rathaus befinden, hat sich allen Appellen zum Trotz nicht verändert. Weil der Doerkesplatz nicht an seinen Außenrändern weiter bebaut wurde, fehlt vor allem abends die soziale Kontrolle.
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