Nettetal: Anwalt soll Häftling beim Ausbruchsversuch geholfen haben
zuletzt aktualisiert: 13.07.2009 - 17:04Gegen einen Rechtsanwalt aus Nettetal, der dem inhaftierten Schwerverbrecher Jan Z. zu einem Ausbruchsversuch verholfen haben soll, sind neue Vorwürfe bekanntgeworden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld sagte, es bestehe den Verdacht, dass der Jurist die Feilen besorgt habe, mit denen Jan Z. 2004 bei einem Aufenthalt in dem Justizkrankenhaus Fröndenberg einen Ausbruchsversuch unternommen hatte.
Justizvollzugsbeamte konnten den Häftling damals stoppen, nachdem er die Gitter seiner Zelle durchgefeilt und sich mit Laken und Gardinen abgeseilt hatte.
Der Sprecher bestätigte damit einen Bericht des "Westfalen-Blatts" in Bielefeld. Allerdings sei dieser Umstand nicht Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Zudem dürfte es schwierig sein, dem Anwalt die Tat nachzuweisen, erklärte der Sprecher.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen den Juristen, weil er Sprengpulver in den Hochsicherheitstrakt der Haftanstalt Bielefeld-Brackwede I geschmuggelt haben soll. Die Wohnung und die Kanzlei des Rechtsanwalts waren in der vergangenen Woche durchsucht worden. Dabei fanden die Ermittler unter anderem eine Substanz, mit der Sprengstoff hergestellt werden kann.
Z. hatte im Februar 2008 einen Ausbruchsversuch aus der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede I unternommen. Er schüttete zwei Vollzugsbeamten kochendes Wasser ins Gesicht, konnte von den Beamten aber trotzdem überwältigt werden. Im Juni wurde Z. deshalb vom Landgericht Bielefeld wegen gefährlicher Körperverletzung zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt.
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