Nettetal: Auch Nettetal verliert irgendwie die Bürger
zuletzt aktualisiert: 25.07.2008Nettetal (RPO). Der Bundesrepublik sind irgendwie 1,3 Millionen Menschen verloren gegangen. Das meint jedenfalls das Statistische Bundesamt. Es hatte in Vorbereitung auf die Volkszählung im Jahr 2011 in den vergangenen Jahren die in den Melderegistern gespeicherten Daten mit Angaben aus einer Stichprobenbefragung von Haushalten überprüft. Unter anderem wurde festgestellt, dass an angegebenen Adressen gemeldete Bürger überhaupt nicht wohnten.
Gravierende Abweichungen
Abweichungen dieser Art wundern die Stadtverwaltung in Nettetal nicht. „Man kann sich in der Stadt ohne Bescheinigung beispielsweise des Vermieters anmelden“, erläutert Olaf Fleddermann. In Einzelfällen werde dies sicher missbraucht, aber die gravierenden Abweichungen zwischen der eigenen Fortschreibung und den vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik in Düsseldorf (LDS) ermittelten Zahlen, konnte sich im Rathaus niemand so recht erklären. Ende 2007 zählte Nettetal selbst 42 472 Einwohner, das Landesamt 42 341 – das waren 131 weniger.
Das LDS sammelt selbst Zahlen über Geburten, Todesfälle sowie Zu- und Fortzüge. Ein Sprecher der Behörde wies darauf hin, dass seit der letzten Volkszählung 1987 ein Registerabgleich verboten ist. „Allein daher rühren wahrscheinlich Abweichungen zwischen Zahlen einer Stadt und denen des Landesamtes“, sagte er. Während das LDS nur Bürger mit ihrem Hauptwohnsitz in einer Gemeinde zählt, erhöhen Kommunen gerne ihre Einwohnerzahl, in dem sie Nebenwohnsitze mitzählen.
Dabei geht es um bares Geld. Der Anteil einer Kommunen aus dem Steueraufkommen bemisst sich an den Einwohnerzahlen. Nettetals CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Werner sagte kürzlich im Gespräch mit der RP über den demografischen Wandel und bereits erkennbare Folgen voraus, dass zwischen den Städten ein noch heftigerer Kampf um jeden Bürger entbrennen werde.
Die Statistiker haben erst einmal andere Sorgen. Das Landesamt erfährt beispielsweise nicht, wenn ein Bürger ins Ausland verzieht, ohne sich abzumelden. Dagegen registriert es über Datenaustausch, dass ein Bürger das Bundesland wechselt. Das gilt auch dann, wenn jemand sich aus der Heimatgemeinde nicht abmeldet und die neue Gemeinde keine Rückmeldung macht.
Volkszählung 2011
Verlässliche Zahlen soll es mit der Volkszählung ab 2011 geben, sagen die Statistiker. Die vom Statistischen Bundesamt verbreiteten Zahlen werden allerdings angezweifelt. Die Abweichungen der Volkszählung 1987 gegenüber 1970 blieben unter einem Prozent. Nun bleibt abzuwarten, wie verlässlich Daten sind, die aus den einst neuen Bundesländern bekannt sind.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


