Nettetal: Aufgelesene Schnäppchen im Rathaus
VON ANITA HOLTERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.04.2010Nettetal (RPO). Bereits um halb zehn stehen die ersten Schnäppchenjäger vor den noch geschlossenen Türen des Rathauses. Sie spähen durch die Fenster, um schon einmal einen Blick auf manches Schätzchen zu werfen. Ob Fahrräder, Schmuck, Handys oder Brillen – das Angebot ist vielseitig. Um zehn Uhr öffnen sich die Türen zum ersten Fundsachenverkauf der Stadt Nettetal in diesem Jahr.
Besondere Highlights sind dieses Mal eine goldene Kette und ein Herrenfahrrad. Beide sind auf einen Wert von über 200 Euro geschätzt worden. "Da sind manchmal schon echte Schätze dabei. Es ist meistens eine Glückssache. Aber klar: Wer früh kommt, kann sich auch die besten Schnäppchen sichern", erklärt Ina Prümen-Schmitz, eine der Leiterinnen des Bürgerservice. Dieser ist gleichzeitig auch das Fundbüro der Stadt. Das erste Stück, das verkauft wird, ist das Herrenfahrrad. Für 250 Euro gibt es eine Gazelle. "Ich bin schon gezielt für ein Fahrrad gekommen, aber dass ich so ein gutes kriege, damit habe ich nicht gerechnet. Jetzt muss ich nur noch das Schloss knacken, und dann kann die Fahrradsaison kommen", erzählt der 57-jährige Alfons Tobrock.
Neben den echten Glanzstücken befinden sich allerdings auch immer wieder ein paar Kuriositäten darunter. "Wir hatten schon ein Kajak oder einen Geldspielautomaten. Auch eine Rolle Teppich ist schon mal gefunden worden. Dieses Mal haben wir zwei Gehhilfen dabei. Allerdings glaube ich nicht, dass das Dinge sind, die man wirklich verliert", erzählt Angelika Obst. Sie arbeitet im Bürgerservice und betreut den Fundsachenverkauf bereits seit elf Jahren. Auch ihren Mann Manfred hat sie mit eingespannt. Er hilft ehrenamtlich und passt auf die Wertstücke auf. "Wenn der Ansturm besonders groß ist, hab ich einfach ein Auge auf die Sachen, damit nichts einfach so verschwindet. Die zwei Stunden helfe ich hier immer gerne mit", erklärt er sein Engagement.
Funde von Polizei und Bauhof
Drei bis viermal im Jahr verkauft die Stadt ihre Sammelstücke. Abgegeben werden die Sachen dabei nicht nur von Bürgern. Der Bürgerservice sammelt auch Stücke der Polizei, des Bauhofes oder des Schwimmbades. Ein halbes Jahr lang können die Besitzer die Funde dann wieder abholen. Danach gehen die Sachen dann an den Finder oder in den Verkauf. Nach einer Stunde zieht Manfred Obst die erste Resonanz: "Bisher ist ziemlich was weggegangen, und was heute keinen neuen Besitzer findet, darüber freut sich nächstes Mal jemand umso mehr."
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