Nettetal: Ausschuss-Mehrheit für Jugendamt
zuletzt aktualisiert: 11.11.2010Nettetal (RPO). Der Jugendausschuss hat am Dienstag die Weichen für die Einrichtung des städtischen Jugendamtes Nettetal gestellt. Mit neun Stimmen aus nahezu allen Fraktionen empfahl der Ausschuss die Übernahme vom Kreis zum 1. Januar 2012. Vier CDU-Ausschussmitglieder stimmten dagegen, Hans Overhage (ABK) enthielt sich.
Zuvor hatte CDU-Vorsitzender Jürgen Boyxen ausführlich dargelegt, dass seine Fraktion kein eigenes Jugendamt wünscht. Er selbst, erklärte er anschließend, bleibe jedoch bei seiner Auffassung, dass Nettetal das eigene Jugendamt bekommen solle. Die Fraktion habe jedem die Abstimmung freigestellt.
Wenig Verständnis für den Rückzug der CDU-Mehrheit zeigten die anderen Fraktionen. Schon vor einem Jahr sei die Angelegenheit entscheidungsreif gewesen, stellte Christian Schürmann fest. Er warf der CDU vor, vom damals erzielten Konsens: "Wir wollen, wenn wir können" jetzt abzurücken. Dieter Lehmann (FDP) wies die finanziellen Bedenken der Union zurück: "Wir wissen jetzt genau, wofür wir das Geld ausgeben."
Die CDU traut nicht nur den Zahlen nicht, sondern sie hat erhebliche Probleme mit der Qualität des Gutachtens. Unverblümt erklärte Dr. Christian Lange, Professor Loffing verantworte "schwere methodische Mängel" und er habe keine aussagefähigen Ergebnisse vorzuweisen.
Auch die leseunfreundliche Gestaltung des Gutachtens hat in der CDU Unmut hervorgerufen. Loffing hatte zu Beginn der Beratung eine knappe Zusammenfassung gegeben. Bürgermeister Christian Wagner hatte, auch darauf gestützt, einmal mehr für das Jugendamt Nettetal geworben. Finanziell sehe er ein Risiko in der Größenordnung von etwa 200 000 Euro – nach oben wie nach unten.
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