Nettetal: Bagger rein, Autos raus
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 10.10.2009Nettetal (RPO). Die Lobbericher Innenstadt wird ab Mittwoch für drei Wochen gesperrt. Ursprünglich sollte bereits ab Montag zugemacht werden. Nach Protesten des Werberings und einer Krisensitzung schwenkte die Stadt gestern um.
Für die 80 Lobbericher Geschäftsleute wäre es ein Desaster geworden. Die Vollsperrung der Kreuzung Hochstraße/Marktstraße/Fußgängerzone bedeutet: Autos kommen nicht mehr rein in die Innenstadt. Nur noch Fußgänger und Radfahrer können die Geschäfte erreichen. So sollte es eigentlich bereits ab Montag sein.
Weil die Gewerbetreibenden gestern zufällig Wind von den Plänen der Stadt bekamen und heftig protestierten, wird die Sperrung um zwei Tage verschoben. So sollen die Ladenbetreiber einen Vorlauf bekommen, die Lieferung von Waren und andere Dinge rund ums Geschäft zu organisieren, sagte Stadtsprecher Christoph Kamps.
Baustellengespräch
Aufklärung Kurzfristig einigten sich die Stadt und der Werbering, die betroffenen Geschäftsleute zu einem Informationsgespräch zusammenzutrommeln. Dieses fand gestern Abend an der Baustelle statt.
Handzettel Norbert Backes informierte die Mitglieder des Werberings am Nachmittag noch ganz schnell mit rasch gedruckten Handzetteln über diesen Termin.
Große Bagger müssen ran
Der Grund für die Sperrung: Weil sich die Kanalbauarbeiten in der Lobbericher Hochstraße als schwieriger herausstellten, als von Stadt und Baufirma eingeschätzt, müssen dort jetzt große Bagger ran. Sie sollen die Arbeiten am großen Schachtbauwerk fortführen. Der Einsatz des schweren Geräts sei aber ohne eine komplette Sperrung der wichtigen Kreuzung Hochstraße/Marktstraße/Fußgängerzone nicht möglich, hieß es gestern von Seiten der Stadt. Zu gefährlich seien die Schwenkbewegungen der Bagger, wenn dort weiter Autos fahren.
Erst gestern Nachmittag informierte die Stadt offiziell über die Entscheidung, die Kreuzung zu sperren – per Pressemitteilung. Eine Information der Geschäftswelt sollte ursprünglich später gesondert erfolgen. Doch schon Stunden zuvor war die Nachricht in Lobberich bekannt geworden. Die Geschäftsleute liefen Sturm. Sie waren von der Entscheidung kalt erwischt worden. Denn mit ihnen habe die Stadt vorher nicht gesprochen. Werbering-Vorsitzender Norbert Backes erfuhr rein zufällig von den Plänen und intervenierte sofort. Die Stadt schwenkte nach einer Krisensitzung um und entschied, die Kreuzung erst ab Mittwoch zu schließen.
Norbert Backes nimmt der Verwaltung übel, dass er beinahe aus der Zeitung von der Sperrung erfahren hätte. "Es ist keine Frage, dass die Bauarbeiten notwendig sind", so Backes, "aber die Informationspolitik der Stadt kritisiere ich. Es kann nicht sein, dass so eine wichtige Entscheidung so kurzfristig bekannt gegeben wird." In der Vergangenheit war zudem von Seiten der Stadt versprochen worden, eine solch komplette Sperrung, wie sie nun bevorsteht, zum Wohle der Geschäftswelt möglichst zu vermeiden.
Die Stadt erklärte der Rheinischen Post, erst am Donnerstag bei einem Baustellengespräch von der Baufirma über die Notwendigkeit der Vollsperrung informiert worden zu sein. Diese sei alternativlos. "Wir sind selbst völlig überrascht und vor vollendete Tatsachen gestellt worden", sagte Stadtsprecher Kamps. "Wir hätten vielleicht besser gucken und öfter nachfragen müssen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


