Nettetal: Baustelle drückt auf Umsatz
VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 15.07.2010 - 19:45Nettetal (RPO). Die Lobbericher Innenstadt soll attraktiver werden – das begrüßen auch die Geschäftsleute. Derzeit kostet das gerade die Geschäftsleute an der aktuellen Baustelle Hochstraße eine Menge Laufkundschaft.
Vor der "Papierboutique" an der Hochstraße in Lobberich stehen Absperrgitter. Der Innenstadtbesucher muss aufpassen, wo er hintritt, denn dort ist eine Baustelle. Ein kleiner Pfad führt an den Absperrungen vorbei über einen kleinen grünen Teppich zum Eingang des Geschäfts. "Die Situation mit der Baustelle vor der Tür ist natürlich geschäftsschädigend", sagt Ulrike Gerits, Inhaberin der Papierboutique. 40 Prozent Umsatzeinbußen muss die Geschäftsfrau derzeit hinnehmen. Zu schaffen machen ihr und ihrer Mitarbeiterin auch der Staub und der Lärm von der Baustelle.
Ulrike Gerits kann der Situation aber auch etwas Positives abgewinnen: "Wir freuen uns sehr, wenn die Bauarbeiten fertig sind", sagt sie. Schöner soll die Innenstadt dann sein, verspricht Susanne Fritzsche, Technische Beigeordnete der Stadt Nettetal. Wenn alles nach Plan läuft, müssen die anliegenden Geschäftsleute noch bis Anfang Oktober durchhalten. An der Marktstraße, wo die Bauarbeiten bereits abgeschlossen sind, zeigten sich die Geschäftsleute bereits sehr zufrieden, sagt Fritzsche – und macht damit allen Baustellengeplagten ein wenig Mut.
Untere Hochstraße
Kosten Veranschlagt sind die Gesamtkosten mit 850 000 Euro.
Baustelle seit März
Fertigstellung des Abschnitts voraussichtlich zum 24. Oktober, wenn der Ferkesmarkt beginnt.
Abschnitte Die Bauarbeiten werden in etwa 25 Meter lange Abschnitte aufgeteilt, um die Anwohner so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
Laufkundschaft fehlt
Derzeit ist die Situation aber noch schwierig für Geschäfte an der Hochstraße, vor allem nahe der Ecke zur Marktstraße. "Die Baustelle kostet uns vor allem die Laufkundschaft, die Stammkunden kommen natürlich auch weiterhin", sagt Hans-Jürgen Koll, Inhaber von Photo Porst. Sein Laden ist kurzzeitig nur über einen grünen Teppich, vorbei an den Bauarbeitern und ihren Schubkarren und Geräten, zu erreichen. Ein Drittel Einbußen im Umsatz hat der Geschäftsmann zu verzeichenen. "Das summiert sich", sagt er. "Die Stadt hat uns natürlich im Vorhinein informiert", sagt Koll. Immerhin seien die Bauarbeiten ja auch schon weiter als im Bauplan beschrieben. Die Notwendigkeit der Maßnahmen steht für Koll außer Frage. "Das muss natürlich gemacht werden."
"Schlimmer vorgestellt" hat sich Birgit Baars, Verkäuferin im Modegeschäft Tredy, die Bauarbeiten. "Einen Kundenrückgang habe ich nicht bemerkt", sagt sie. Zu schaffen macht ihr allerdings der Dreck durch die Baustelle. "Ich muss sehr oft putzen. In der vergangenen Woche wurden direkt vor der Tür des Modegeschäfts Steine verlegt. Kunden, die sich bei Tredy umschauen wollten, mussten irgendwie über die Arbeiten hinwegsteigen.
Dass die Bauarbeiten notwendig sind, darin sind sich alle einig. "Mit den Umsatzeinbußen müssen wir allerdings selbst fertig werden", sagt Hans-Jürgen Koll von Photo Porst. "Alle finanziellen Belastungen gehen immer zu Lasten der Kommunen. Da ist natürlich auch nichts da, um uns Geschäftsleute zu unterstützen", sagt er.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


