Nettetal: Baustellen eingefroren
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Nettetal (RPO). Der Winter bringt mit Eis, Schnee und Frost den Plan auf mancher Baustelle ins Wanken. Bei der Stadt Nettetal sind Kanalbau, Kindergarten Bongartzstiftung und Mensa des Gymnasiums betroffen. Die Zeitpuffer sind aufgebraucht.
Als über den Jahreswechsel der Winter noch einmal mit aller Kraft auch in Nettetal zuschlug, reagierte die Stadt noch gelassen. Geplante Kanalbauarbeiten beispielsweise in der Lobbericher Innenstadt wurden um zwei Wochen verschoben. Doch als da erneut der Winter mit Frost und Schnee aufwartete, war es Ende Januar schon mit der Ruhe vorbei. "Wir geraten allmählich an einigen Stellen unter erhöhten Zeitdruck", gesteht die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche.
Weil das Wetter unerwartet lange winterlich ist, kann auf einigen Baustellen gar nicht oder nur mit Unterbrechungen gearbeitet werden. Ins Stocken geraten ist der Neubau des Kindergartens Bongartzstiftung an der Mühlenstraße in Lobberich. Noch halten sich die zeitlichen Verzögerungen im Rahmen, meint die Baudezernentin. Aber sehr viel Frostwinter kann sich der Nettebetrieb auf Dauer weder im Hoch- noch im Tiefbau leisten. Und die Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind wegen des Schnee und Eises auf den Straßen auch über die Maßen gefordert. Der sonst im Winter übliche Rückschnitt entfällt weitgehend, und sobald das Frühjahr anbricht, müssen die Grünflächen in Ordnung gebracht werden. Zeitpuffer sind so gut wie nicht mehr vorhanden.
Neue Ziele
Ausschreibungen Im Rathaus werden zurzeit die Ausschreibungen für einige Großmaßnahmen vorbereitet. Gebaut wird beispielsweise die Mensa fürs Schulzentrum Kaldenkirchen.
Preise Auf dem Markt sind deutliche Preissteigerungen zu beobachten, vermutlich auch wegen der guten Auftragslage.
Schauen auf die Prognosen
"Wir verfolgen regelmäßig die Wetterprognosen, die sich im Internet finden lassen. Die 14-Tage-Vorhersage lässt nichts Gutes erahnen. Um Karneval sind wieder Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt angesagt", seufzt sie. Ihre Hoffnung besteht darin, dass die Wetterprognosen nicht eintreffen. Die eine oder andere scharfe Frostnacht blieb zuletzt aus, obwohl sie vorhergesagt worden war.
Der tägliche Blick gilt daher Internet-Seiten wie "wetter.com", um abzuschätzen, ob die hier oder dort gefährlich nahe rückende "Deadline" für Bauvorhaben zu halten sein wird. Besonders gefährdet ist der Hochbaubereich – neben dem Kindergarten in Lobberich beispielsweise auch die Mensa am Gymnasium. Schalarbeiten sind möglich, nicht aber mit Beton. Auch einige energetische Sanierungsarbeiten im Rahmen des Konjunkturpakets II sind ins Hintertreffen geraten. Man kann bei Frost keine neuen Fenster oder Heizungen installieren. "Ständig müssen wir gegensteuern, bisher klappt das noch", versichert Fritzsche. Um richtig wieder durcharbeiten zu können, müssten dauerhaft höhere Temperaturen um die zehn Grad herrschen. FRAGE DES TAGES
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