Nettetal: „Die Scheune ist nicht mein Lebenswerk“
zuletzt aktualisiert: 01.09.2008Nettetal (RPO). Herr Tillmann, tragen Sie eigentlich gerne Ringe?
Walter Tillmann Normalerweise trage ich gar keinen Fingerschmuck. Selbst meinen Trauring verwahre ich sicher auf. Den habe ich nur bei der Hochzeit getragen. Deshalb muss ich mich jetzt mal erkundigen, ob der Jüüten-Ring getragen werden muss. Vielleicht stelle ich auch einen Antrag, dass meine Frau den Ring auch mal tragen darf.
Wann und wie haben Sie erfahren, dass Sie den Jüüten-Ring bekommen?
Walter Tillmann Ich habe im April einen Anruf von Peter Beyen (Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins VVV Hinsbeck, Anm. der Red.) bekommen. Da hat er es mir gesagt. Anschließend durfte ich das Datum und den Rahmen für die Übergabe vorschlagen.
Sie mussten wahrscheinlich nicht lange überlegen, oder?
Tillmann Nein. Natürlich passte die Verleihung ideal mit dem Jubiläum der Scheune zusammen. Das habe ich spontan vorgeschlagen.
Waren Sie überrascht, dass die Wahl auf Sie fiel?
Tillmann Selbstverständlich. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Zumal ich dann erfahren habe, dass ich der erste Nicht-Hinsbecker bin, dem diese Ehre zu Teil wird. Ich bin in Mönchengladbach geboren, durch das Museum bin ich aber inzwischen halber Hinsbecker.
Hatten Sie sich nicht vorstellen können, dass Sie jemand vorschlägt?
Tillmann Ehrlich gesagt nicht. Ich bin zwar selbst Mitglied im VVV und kenne den Jüüten-Ring ebenso wie die goldene Jüüten-Medaille, dass ich den Ring aber mal erhalte, hatte ich wirklich nicht für möglich gehalten.
Liegt Ihnen Trubel um Ihre Person?
Tillmann Das Fest zum 25-jährigen Bestehen sollte gestern im Blickpunkt stehen, nicht ich. Meine Frau und ich wundern sich schließlich am meisten darüber, dass aus einer privaten Initiative jetzt schon 25 Jahre geworden sind.
Ist die Gründung des Textilmuseums Die Scheune rückblickend Ihr größtes Werk?
Tillmann Ich habe immer widersprochen, wenn es hieß, das sei mein Lebenswerk. Ich habe vier Kinder in die Welt gesetzt, etliche Bäume gepflanzt und einige Bücher geschrieben. Das steht bei mit höher.
Was wünschen Sie sich für das Museum?
Tillmann Dass das Interesse der Leute weiterhin anhält. Und dass sie nicht sagen ,da war ich schon, das ist abgehakt’, sondern dass sie merken, da gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Das hat die vergangenen Jahre ganz gut hingehauen.
Andreas Cüppers führte das Gespräch.
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