Nettetal: Behinderte pflanzen am Beet
VON MARITA OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Nettetal (RPO). Auf dem Naturschutzhof im Lobbericher Sassenfeld ist ein neues Hochbeet in Betrieb genommen worden. Rollstuhlfahrer können Pflanzen in die Erde setzen, ohne sich zu bücken. Schüler planten die Anlage mit.
Auf den Ausflug zum Naturschutzhof in Sassenfeld hat sich die vierzehnköpfige Gruppe der Behinderteneinrichtung "Haus Maria Helferin" schon gefreut, verrät Betreuerin Ingrid Buscher. "Eingepflanzt", sagt Wolfgang Lütges und strahlt, als er unter Anleitung von Heinz Maibaum eine Narzissenknolle ins Beet eingegraben hat. Seine Mitbewohner dürfen Salatpflanzen und Stiefmütterchen setzen. Die Pflanzaktion gelingt allen, ohne sich zu bücken, denn das neue Hochbeet für Rollstuhlfahrer wird feierlich in Betrieb genommen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem die Behindertengruppe vom Haus Maria Helferin, der Förderverein des Naturschutzhofes und der Religionskursus der achten Klasse aus der Gruppe "Schule und Naturschutz" des Werner-Jaeger- Gymnasiums beteiligt sind. Möglich wurde das Projekt durch den finanziellen Zuschuss von 800 Euro aus dem Förderprogramm "Jugend hilft" vom Verein "Children for a better World" aus München.
Nächste Termine
Herbstzauber Am kommenden Samstag, 2. Oktober, und Sonntag, 3. Oktober, jeweils 10 bis 17 Uhr findet zum zweiten Mal der "Nettetaler Herbstzauber – Pflanzenschätze aus dem In- und Ausland" statt. Der Eintritt kostet drei Euro.
Filzen Am Samstag, 9. Oktober, können Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahre von 9.30 bis 13 Uhr Hüte gefilzt werden. Kosten: 20 Euro plus 10 Euro für das Material.
Förderverein aktiv
"Die achte Klasse vom vergangenen Schuljahr hat geplant, Bilder gemalt und der Förderverein des Naturschutzhofs hat das Beet in vielen Stunden realisiert", berichtet Ludwig Halberstadt, Religionslehrer am Werner-Jaeger-Gymnasium. Christiane König von der jetzigen Untertertia macht eifrig Notizen. Ein Artikel über die Eröffnung des Hochbeetes wird in der Schulzeitung "WJG-Info" erscheinen.
Heinz Maibaum, 2. Vorsitzender des Fördervereins, hat das Hochbeet entwickelt. Stolz erzählt er, dass Besucher das Beet fotografiert und nachgebaut haben. Dagegen hat er nichts einzuwenden, im Gegenteil: Nachmachen ist erwünscht. An dem 4,5 Quadratmeter großen Beet ist barrierefreies Gärtnern möglich. Während Rollstuhlfahrer an gewöhnlichen Hochbeeten nur seitlich arbeiten können, ist dieses Beet von einer Seite unterfahrbar und erlaubt Beinfreiheit.
Der behinderte Gärtner ist dem Beet ganz nahe. Er kann säen, pflanzen, wässern und ernten. Den Aufbau erklärt Maibaum so: "Der Boden wird etwas ausgegraben und wegen der Mäuse mit Kaninchendraht gesichert. Links und rechts wird eine Folie gespannt, damit die rechteckige Holzkonstruktion nicht so schnell fault. Als Basis kommen 80 Zentimer Reisig, darauf ausgehobene Grasnarben, unfertiger Kompost, eine Schicht Erde und anschließend Mist. Mutterboden bildet den Abschluss und dann kann eingesät werden."
Zum Erntedank wird die Gruppe von Haus Maria Helferin wieder da sein, verspricht Betreuerin Hildegard Kieselbach. Und dann können alle nachsehen, wie weit der Salat und die Stiefmütterchen gewachsen sind.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


