Nettetal: Bonus für Ausbildung?
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009Nettetal (RPO). Bei der Auftragsvergabe von Arbeiten im Rahmen des Konjunkturpakets II sollen heimische Betriebe bevorzugt werden. Besonders gute Chancen für den Zuschlag soll haben, wer Jugendliche ausbildet.
Bürgermeister Christian Wagner treibt die Sorge, dass in Nettetal demnächst nicht genügend Ausbildungsplätze angeboten werden. Zwar beruhigten ihn Vertreter der Wirtschaft bei einem Austausch im Rathaus fürs Erste. Dennoch sieht Wagner keinen Grund zur Entwarnung. "Wir möchten den Schulen Mut machen, sich intensiv mit der Vorbereitung auf die Berufsausbildung zu beschäftigen. Und Jugendliche, die jetzt noch keinen Ausbildungsplatz haben, sollten unbedingt weitere Bewerbungen verschicken", sagte er.
Mit Arbeitswelt vertraut werden
In den vergangenen Jahren hat Nettetal eine Reihe von wichtigen Arbeitgebern verloren, die auch ausbilden. Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel bestätigte, dass die Entwicklung in der Summe besorgniserregend sei: "Wir müssen heute angemessen auf Entwicklungen von übermorgen reagieren." Eine Grundlage geschaffen hat die Gesamtschule mit dem Projekt "BaseL", das auf andere Schulen ausgeweitet werden soll. Bereits ab dem siebten Schuljahr sollen Jungen und Mädchen strukturiert mit Beruf und Ausbildung vertraut gemacht werden.
Gesucht – gefunden
Betriebe, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich an ihren persönlichen Ansprechpartner in der Agentur wenden oder die Arbeitgeber-Hotline 01801 – 66 44 66 anrufen.
Bewerber erreichen die Berufsberatung bundesweit unter 01801 – 555 111.
Parallel dazu will Wagner hiesige Unternehmen motivieren, junge Leute auszubilden. "Natürlich wissen wir alle, wie aufwändig es mitunter ist, Ausbildungsbetrieb zu sein. Aber die jungen Menschen in unserer Stadt brauchen eine Berufsausbildung, und die Firmen wissen alle, dass sie unbedingt guten Nachwuchs brauchen. Schon vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müssen sie ein Interesse daran haben." Im Netzwerk Wirtschaft sollen weitere Grundlagen geschaffen werden.
Hilfreich sein dürfte für heimische Unternehmen, dass die Stadt mit ihren Töchtern in diesem und im kommenden Jahr rund 20 Millionen Euro in Neu- und Ausbauten sowie Sanierungen investiert. Paul Neukirchen, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, bestätigte, dass das allein schon mit vier Millionen Euro dotierte Konjunkturpaket II den 220 ortsansässigen Betrieben der Bau- und Ausbaubranche sehr entgegen kommt.
Mithilfe der freihändigen Ausschreibung können kleinere Lose gezielt für hiesige Betriebe ausgeschrieben werden. Robert Hellmann, Obermeister der Tischler-Innung, bat darum, ausbildenden Betrieben dabei einen Bonus zuzugestehen. Die Stadt will das prüfen. Wagner versicherte, dass die notwendige Transparenz für diese Aufträge bis zu 100 000 Euro gewährleistet wird.
Neukirchen berichtete, zurzeit würden 180 Jugendliche in Nettetaler Betrieben ausgebildet. "Von einer Ausbildungskatastrophe sind wir weit entfernt," unterstrich Ausbildungsexperte Dr. Frank Lorenz von der IHK. Er rechne mit einer ähnlichen Ausbildungsleistung wie im vergangenen Jahr.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


