Nettetal: Brand auf Niedieck-Gelände
VON ANDREAS CÜPPERS UND EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Nettetal (RPO). Auf einem Abbruch-Gelände der früheren Textilfirma ist gestern Nachmittag ein Feuer ausgebrochen. Funken bei Flexarbeiten lösten den Brand aus. Auf dem Weg zu dem Einsatz stießen zwei Feuerwehrautos zusammen.
Gestern Nachmittag gegen 15.15 Uhr: Nacheinander heulen die Feuersirenen in Lobberich und dann in den übrigen Nettetaler Stadtteilen auf. Riesige dichte Rauchschwaden steigen über Lobberich auf und zeigen den anrückenden Löschfahrzeugen den Weg. Auf dem Niedieck-Gelände brennt ein Schutthaufen. Diese Nachricht verbreitet sich schnell in ganz Nettetal.
Arbeiter, die mit Abbrucharbeiten in der Alten Weberei – den früheren Girmes- und Niedieckmitarbeitern auch als „Werk II“ ein Begriff – beschäftigt waren, haben das Feuer gemeldet. Wie die Polizei später mitteilt, war der Brand durch Funkenflug bei Flexarbeiten entstanden. In dem Schutthaufen befinden sich Dämmstoffe, Isoliermaterial und auch Plastikabfälle. Dadurch kommt es zu der starken Rauchentwicklung.
Die Firma Niedieck
Geschichte Der Grundstein der späteren Firma Niedieck & Co. wurde 1855 gelegt. Der Betrieb der beiden Brüder Julius und Karl Niedieck beschäftigte zeitweilig mehr als 1000 Webstühle und zur Jahrhundertwende rund 1500 Arbeiter und Angestellte.
Gelände 18 Hektar im Norden der Lobbericher Innenstadt
Insolvenz 2003 meldete der Girmes-Konzern, der Niedieck gekauft hatte, Insolvenz an.
Gesamte Wehr im Einsatz
Rund 75 Einsatzkräfte und damit die gesamte Nettetaler Feuerwehr sind mit 17 Fahrzeugen vor Ort. Unterstützung kommt von der Feuerwehr Viersen, die ein Fahrzeug mit Atemschutzgeräten stellt. Die Einsatzstelle zwischen Niedieckstraße und Oberer Färberstraße ist großräumig abgesperrt. Die Feuerwehr bekämpft das Feuer sowohl von der Oberen wie auch von der Unteren Färber- und von der Niedieckstraße aus. Die Einsatzkräfte kennen sich bestens aus und bekommen das Feuer nach anderthalb Stunden in den Griff. Fast alle Feuerwehrleute hatten auf dem Gelände die praktischen Teile ihrer Ausbildung absolviert. Mit den Nachlöscharbeiten ist die Feuerwehr bis in die Abendstunden beschäftigt.
Auf dem Weg zum Einsatzort stoßen zwei Feuerwehrwagen auf der Kreuzung der B 509 in Hinsbeck zusammen. Der 23-jährige Fahrer eines Rüstfahrzeuges, das mit Blaulicht und Martinshorn bei Rot in den Kreuzungsbereich fährt, übersieht ein von rechts kommendes Löschfahrzeug der Kameraden aus Leuth. Durch den Zusammenstoß gerät dieses Fahrzeug ins Schleudern und prallt gegen das Auto einer 46-Jährigen aus Lobberich, die vor der Kreuzung wartete. Nach diesem Aufprall kippt das Löschfahrzeug um. Bei dem Unfall werden alle sechs Insassen des Löschfahrzeuges leicht verletzt. Die Pkw-Fahrerin wird ebenfalls leicht verletzt. Ihre sechsjährige Tochter auf dem Rücksitz bleibt unverletzt. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Euro.
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