Nettetal: Bürgermeister wollen Hertie retten
zuletzt aktualisiert: 05.06.2009Nettetal (RPO). An der Rettung von Hertie in letzter Minute versucht sich eine Initiative von 40 Bürgermeistern aus ganz Deutschland. Auch Christian Wagner – und damit die Stadt Nettetal – gehört dazu. Das bestätigte Stadtsprecher Christoph Kamps auf Anfrage. Insgesamt stehen 2500 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon 20 in Nettetal.
Unter der Federführung des Wesselinger Bürgermeisters Günter Ditgens haben die Bürgermeister in einer geballten Aktion Protestbriefe an die Wirtschaftsministerien auf Landes- und Bundesebene geschickt. Sie fordern, die Kaufhauskette mit einer staatlichen Finanzspritze zu retten. Hertie, so heißt es in den Briefen, stehe wegen seiner großen Bedeutung für die Kleinstädte "im selben Verhältnis Staatshilfen" zu wie dem ebenfalls insolventen Konzern Arcandor.
"Hertie hat, als oftmals einziges Kaufhaus in der Innenstadt, für die Klein- und Mittelstädte größere Bedeutung als Karstadt für die Großen", lautet die Begründung der Bürgermeister.
Doch die Politiker sind nicht die einzigen Adressaten der protestierenden Bürgermeister. Auch die Deutsche Bank ist in den Blick der Hertie-Retter gerückt. Eine Abordnung will den Vorstand der Deutschen Bank in der Frankfurter Firmenzentrale besuchen und dort für den Erhalt des Warenhauskonzerns kämpfen. Auch hier engagiert sich Bürgermeister Wagner, bestätigte Christoph Kamps.
Nach Auffassung der Stadtoberhäupter wäre das Geldinstitut in der Lage, die Pleite von Hertie zu verhindern – vorausgesetzt, es engagiert sich finanziell. Dass die Bürgermeister kommenden Dienstag das Gespräch mit den Entscheidern der Deutschen Bank suchen wollen, mochte Kamps nicht bestätigen. "Es gibt Überraschungsbesuche", sagte er lediglich.
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