Nettetal: Buy Buy Hertie
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009Nettetal (RPO). Am Samstag öffneten sich zum letzten Mal die Türen von Hertie in Lobberich. Ein letzter Ansturm auf die absoluten Schnäppchenpreise. Die knapp 20 Mitarbeiter haben die Kündigung bekommen.
Es ist kurz vor 9 Uhr am Samstagmorgen. Vor den Eingangstüren von Hertie in Lobberich stehen rund 50 Menschen und warten auf die Öffnung des Einkaufscenters. "Räumungsverkauf nur noch 1 Tag", "Ein letztes Mal zu Hertie" und "Hertie sagt Buy Buy" – riesige Slogans prangen in knallrot in den Schaufenstern. Genau das ist es, was die Besucher an diesem Morgen so früh zu Hertie gezogen hat. Sie alle wollen zum letzten Mal bei Hertie einkaufen gehen und das absolute Schnäppchen machen.
Nochmals um 90 Prozent runter
"Etwas Bestimmtes suche ich eigentlich nicht. Ich schaue mal, was ich noch so entdecken kann", sagt Oxana Tissen, bevor sie sich zusammen mit der Menschenmenge durch die mittlerweile geöffneten Glastüren schieben lässt. Im Inneren geht es an die Wühltische, Kleiderständer und Regale, die allesamt im vorderen Bereich des Ladenlokals aufgebaut sind. Bekleidung, Schuhe, Kosmetik, CDs, Videos, Schreibwaren und Dekoartikel locken mit Schildern, dass alles nochmals um 90 Prozent reduziert sei.
Noch kein Nachmieter
Schließung Samstag um 18 Uhr schloss Hertie endgültig.
Aufräumen In dieser Woche sind die Hertie-Mitarbeiter noch mit dem Räumen des Ladenlokals beschäftigt.
Was jetzt? Danach folgt ein Leerstand. Bislang ist noch kein Nachmieter für den großen Gebäudekomplex in Sicht.
Auf den ersten Blick sieht es noch gut bestückt aus, aber der Eindruck täuscht. Mehr als die Hälfte des gigantischen Einkaufsraumes ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Dahinter herrscht gähnende Leere. Nackte Schaufensterpuppen, leere Wandregale, über denen noch die Produktnamen zeigen, was sie einst beherbergten. Zusammengeschobene leere Regale und Ständer. Der Anblick ist trostlos. "Es ist fast nichts mehr übrig geblieben. Die Leute haben in den letzten Tagen wie wahnsinnig gekauft. Ich bin mir sicher, heute Abend ist nahezu alles weg", meint Geschäftsführerin Marion Schmeer, während sie einen einzelnen Lattenrost mit einem Super-Sonderpreis auszeichnet. Kaum hängt der Preiszettel, klemmt er auch schon unter dem Arm eines Mannes.
Man sage schweren Herzens auf Wiedersehen, fügt Schmeer an. Alle knapp 20 Mitarbeiter einschließlich ihr selbst hätten die Kündigung erhalten, das sei schon hart. Aber nicht nur sie ist betrübt. "Es ist furchtbar, dass Hertie geht. Ich bin gerne hin gegangen. Man hat hier alles bekommen von Kleidung über Kosmetik bis hin zu diversen Kleinigkeiten", bemerkt Ulrike Goergen. Sie sei in der letzten Woche gleich dreimal bei Hertie gewesen und habe so manches Schnäppchen gemacht. Auch jetzt sind die Tüten voll: Winterstiefel und mehrere Jeans gehören zum letzten Einkauf. Auf dem Hertie Parkplatz kein einziges freies Fleckchen mehr. Vor den Schaufenstern steht eine ganze Galerie Räder, es kommen immer mehr hinzu. Der letzte Hertie-Einkauf lockt.
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