Nettetal: CDU bricht auf in eine andere Zukunft
VON PHILIPP PETERS - zuletzt aktualisiert: 20.08.2010Nettetal (RPO). Welche Bedeutung wird der demografische Wandel in Zukunft auf Bildung, Infrastruktur und Finanzen haben? Zu diesen Themen haben sich auf Initiative der Nettetaler CDU drei Workshops gebildet, die Ideen und Leitlinien finden möchten. Erstmals gab es am Mittwoch Workshop-Treffen in Lobebrich
"Die Teilnehmerzahl war für die Ferien ganz ordentlich", betonte Parteivorsitzender Jürgen Boyxen hinterher. Denn die Abmeldungen waren zahlreich, doch das generelle Interesse besteht. "Im September werden sich die drei Workshops ihre Arbeit fortsetzen."
Boyxen selber betreute den Workshop zum Thema Bildung. Die Gruppe versuchte zu definieren, was Bildung im demografischen Wandel bedeutet und ob dies eine Chance für die Zukunft sein könne. "Lehrer vermitteln nicht mehr nur Wissen, sie müssen auch die soziale Komponente bedienen", so Boyxen. Gleichzeitig möchte die Gruppe die künftige Linie der Partei in Nettetal ausarbeiten. Mit dem Thema Bildung allgemein und der Ausrichtung als christliche Partei soll sich auch ein Referent befassen.
Ähnliches plant die Gruppe zum Thema Infrastruktur, geleitet von Marcus Optendrenk. Sie möchten die Macher des Demografieberichts des Kreises Viersen oder einer Untersuchung der FH Niederrhein einladen. Die Gruppe diskutierte hauptsächlich die Entwicklung Nettetals. Mit dem Bau der A61 und dem Gewerbepark Venete entstehen in Kaldenkirchen neue Möglichkeiten. Nach Berichten über den Autobahnbau gab es erste Anfragen zu Venete. Die nahe Fontys Hochschule sei ein besonders wichtiger Baustein. "Wir müssen versuchen, die jungen Leute vor Abschluss ihres Studiums zu halten", so Optendrenk. Veränderungen im Kern von Breyell und Lobberich böten neue Chancen. Einig war sich die Gruppe darin, dass altengerechte Wohnungen geschaffen werden sollten, wie in Kaldenkirchen in der früheren Rektoratschule. Allerdings soll eine Durchmischung der Generationen bis hin zu jungen Familien angestrebt werden.
Heinz-Robert Reiners fürchtet, dass die Stadt von dem Problem überrollt wird. Konkret nannte der Ortsvorsteher von Leuth das Beispiel eines Bauern, der seinen Hof nicht mehr bewirtschaftet und ihn zu Geld machen möchte, obwohl sich andere Möglichkeiten für die Stadt eröffnen. In Lobberich sollen innenstadtnahe Gewerbegrundstücke anders genutzt werden.
Potenziale abrufen
Positiv hob Markus Lücker die Entwicklung des Schaager Hubertusplatzes hervor. Er sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich Lebensqualität verbessern lasse und vielleicht Vorbild auch für Hinsbeck und Leuth, deren Ortskerne nachließen. Beide Dörfer hätten hohes touristisches Potenzial, das abgerufen werden müsse. Das "Ausspielen der Stadtteile gegeneinander" müsse endlich ein Ende haben, forderte Uwe Seewald. Von Venete werde ganz Nettetal profitieren.
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