Nettetal: CDU hält in der Schulpolitik Kurs
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 04.03.2009Nettetal (RPO). Die Nettetaler CDU denkt nicht daran, etwas am bestehenden Schulsystem in der Stadt zu verändern. Es bleibe bei den bestehenden Schulformen mit Gymnasium, Realschule, Hauptschulen und Gesamtschule, erklärte die Union gestern in einer Pressemitteilung. "Es ist das wichtigste Ziel der CDU, allen diesen Schulformen in Nettetal eine Zukunft zu geben", heißt es darin. Darüber, dass seit Jahren stets etwa hundert und mehr Kinder von der Gesamtschule abgewiesen werden, verliert die Partei kein Wort. Es gibt in der ausführlichen Stellungnahme auch kein Bedauern für betroffene Eltern und Kinder.
Die Rheinische Post hatte vergangene Woche über die von Eltern an sie herangetragene Klage berichtet, dass ihre Kinder nicht an der Gesamtschule angenommen werden. Die Stadt hat die Aufnahmekapazität der Schule gedeckelt. Gegen ihren erklärten Willen müssen Eltern daher ihre Kinder in einer anderen Schule anmelden.
Umfrage-Ergebnisse
Die CDU beruft sich auf statistische Daten aus einer Elternumfrage. Darin haben sich 71 Prozent der Eltern dafür ausgesprochen, das gegliederte Schulsystem in Nettetal zu erhalten. Nur für 28 Prozent der Eltern ist die Gesamtschule demnach erste Wahl. Und selbst 43 Prozent der Gesamtschul-Eltern hätten sich für das dreigliedrige System ausgesprochen. Die Politik sei also "gut beraten, im demnächst zu beratenden Schulentwicklungsplan diesem Elternwillen Rechnung zu tragen. Alle weiterführenden Schulformen brauchen eine Zukunft in unserer Stadt."
Die CDU stemmt sich in der mit Bürgermeister Wagner abgestimmten Stellungnahme gegen eine Diskussion über eine weitere Gesamtschule. Dies bedeute das Ende der Hauptschulen und gefährde mittelfristig die Realschule und dann auch das Gymnasium. Und das sei eine massive Einschränkung der Schulfreiheit. Im übrigen schreibe das Gesetz vor, dass neue Gesamtschulen nur halbtags geführt werden dürften – ein Rückschritt also für Eltern und Schüler, so die CDU.
Verwundert hat die Union der "Tenor der Berichterstattung". Rat, Verwaltung und Wirtschaft seien im "Netzwerk Wirtschaft" gerade darum bemüht, eine Ausbildungsperspektive für alle weiterführenden Schulen zu entwickeln. Nach Auffassung der CDU benötigt Nettetal "keine theoretische Schulformdebatte". Vielmehr sollten die gegenwärtigen Schulen qualitativ gefördert und verbessert werden. "Finanzen sollten nicht in weitere, demnächst überflüssige Gebäude sondern Inhalte gesteckt werden", heißt es.
Generell gebe es keine "Bildungssackgassen". Niemand, der weder Gymnasium noch Gesamtschule besuchen dürfe, werde deshalb "abgehängt".
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