Nettetal: CDU-Patt beim Jugendamt
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 21.05.2008Nettetal (RPO). Die Fraktion ist gespalten: Eine Hälfte will ein eigenes Jugendamt, die andere will es beim Kreis belassen. Ein Kompromiss lässt dem Kreis zwei Jahre Zeit, Nettetaler Vorstellungen umzusetzen.
Alle zufrieden
Erfolge Zufrieden hat die CDU registriert, dass die Stadt einen weiteren Sozialarbeiter einstellt und der Kreis einen zusätzlichen Streetworker in Nettetal einsetzen will. Beides waren Forderungen, die in den vergangenen Monaten aufgestellt worden waren.
Partei Nettetals CDU-Vorsitzender Jürgen Byoxen ist mit dem Kompromiss einverstanden. Auch er hatte, wie Wagner, ein eigenes Jugendamt angestrebt.
Die CDU-Fraktion kann sich nicht mit Bürgermeister Christian Wagner über die Einrichtung eines eigenen Jugendamtes einigen. Am Ende einer von allen Beteiligten als sehr intensiv und informativ beurteilten Fraktionsklausur ergibt sich eine Patt-Situation: Eine Hälfte der Fraktion ist für, die andere gegen ein eigenes Jugendamt. Fraktion und Bürgermeister einigten sich schließlich darauf, dem Kreis zwei Jahre Zeit zu geben, Nettetaler Vorstellungen in die operative Arbeit des Kreis-Jugendamtes einzuflechten. Dann wird erneut hingeschaut und entschieden.
„Ich werde der Steuerungsgruppe am kommenden Montag vorschlagen, dem Kreis einen Katalog von Aufgaben zu übermitteln, die erfüllt werden sollten“, sagte Wagner gestern. Das Votum empfinde er nicht als Niederlage – im Gegenteil. „Ich habe nicht allein den Eindruck gewonnen, dass das Thema streckenweise zu stark personalisiert und teilweise zu emotionell diskutiert wurde.“ Wagner will Qualitäts- und Kontrollkriterien in die Vereinbarung mit dem Kreis einbringen. Er ist zuversichtlich, auch beim Kreis selbst auf offene Ohren zustoßen. „Ich habe im Leitbild des Landrates zum Thema Jugendarbeit Ansätze entdeckt, die mit unserer Beratungsvorlage im vergangenen Oktober übereinstimmen“, berichtete er.
In der Fraktion hat sich nach RP-Informationen das Bild klarer verfestigt. Ratsmitglieder berichteten, dass vor allem diejenigen, die sich bisher keine klare Meinung bilden konnten, inzwischen mehr zu einem Jugendamt für Nettetal neigen. Dazu habe vor allem der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder mit seinem Wissen und eigenen Erfahrungen beigetragen. „Das Ergebnis war ein Patt. Man ist entweder dafür oder dagegen, aber es gibt niemanden mehr, der zwischen beiden Polen herumlaviert“, berichtete ein Fraktionsmitglied.
Wagner, der im Vorfeld zahlreiche Einzelgespräche geführt hatte, war nach eigenen Worten „nicht überrascht“ vom unentschiedenen Ergebnis. Im Fraktionsvorstand hatte vor der Klausur eine eher ablehnende Haltung vorgeherrscht. Mit der jetzt erzielten Lösung sei er auch deswegen zufrieden, weil „niemand die Türe für den Kreis zuwerfen wollte“. In der Verwaltung wird er beim Dezernent Armin Schönfelder eine Koordinationsstelle einrichten. Ungeachtet der Aufgaben des Kreisjugendamtes will Wagner in der Stadt „weitere Akzente“ setzen.
„Die Schaffung eines eigenen Jugendamtes ist keinesfalls vom Tisch“, erklärte die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung. Sie erwarte „mit großem Nachdruck“, dass der Kreis nun seine jugendpolitischen Aktivitäten „unseren Vorstellungen entsprechend“ erweitert und verstärkt.
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