Nettetal: Christbaumverkauf läuft an
VON DÉSIRÉE LINDE - zuletzt aktualisiert: 08.12.2009Nettetal (RPO). Weil in Dänemark weniger Flächen zur Verfügung stehen und Kyrill 2007 eine Lücke hinterlassen hat, sind die Weihnachtsbäume in diesem Jahr teurer als sonst. Der Verkauf beginnt in den nächsten Tagen.
Beliebte Baumarten
Nordmanntanne Wird auch Kaukasus-Tanne genannt und hat ihren Namen vom finnischen Biologen Alexander von Nordmann (1803-1866).
Blaufichte Wird auch Edeltanne und Stech-Fichte genannt. Sie ist der Staatsbaum der US-amerikanischen Bundesstaaten Colorado und Utah.
Rotfichte Die häufigste Baumart in Deutschland. Das Holz ist vielfältig verwendbar. Die dickeren Stämme werden vor allem zum Hausbau gebraucht (Dachstühle, Innenausbau).
Josef Gerhards musste ganz schön schwitzen, damit die Nettetaler in diesem Jahr pünktlich ihren Weihnachtsbaum in die gute Stube stellen können. "Nordmanntannen mit mehr als zwei Metern Größe waren nicht zu kriegen", sagt Gerhards, der seit 25 Jahren mit Weihnachtsbäumen handelt. Sechs Mal musste er in den vergangenen Monaten nach Dänemark und ins Sauerland, von wo er seine Bäume bekommt. Mit Ach und Krach hat er genug einkaufen können.
Für den Mangel an Weihnachtsbäumen sind zwei Faktoren verantwortlich: Zum einem wollte der dänische Staat der Monokultur an Tannen entgegenwirken. Er bot den Landwirten Geld für die Stilllegung der Flächen. Viele nahmen es an. Zudem wären jetzt genau die Bäume zwei Meter groß und größer, die 2007 Kyrill zum Opfer fielen. "Das hat eine Lücke hinterlassen", weiß Gerhards. Die Preise für die Weihnachtsbäume sind bei den meisten Händlern leicht gestiegen. Ein Baum der besten Kategorie, gerade gewachsen, ohne Lücken, kostet pro Meter zwischen 18 und 20 Euro.
Über Preis diskutieren
Wilhelm Thönes aus Hinsbeck, der mit seiner Frau Gabi Bäume verkauft, liegt etwas drunter. "Wir nehmen es aber nicht so genau", sagt er. Oft stehen er und seine Frau vor den Bäumen und diskutieren über den Preis. "Der ist so perfekt, der kann einen Euro teurer werden" oder "Der ist nicht ganz so schön, den machen wir etwas billiger" – so und ähnlich legen die Eheleute ganz individuell ihre Preise fest. "Wir haben mit jedem Baum gesprochen", scherzt Thönes (44), für den das Weihnachtsbaumgeschäft am 1. Dezember beginnt. Gerhards bekam die erste Fuhre frischer, geschnittener Bäume am vergangenen Freitag, einen Tag später begann der Verkauf. Ganz große Bäume oder getopfte Bäume verkauft er schon früher – meist an Firmen. Aber die geschnittenen möchte er nicht zu früh haben, damit sie möglichst lange die Nadeln behalten. 75 Prozent seines Verkaufs macht er mit der Nordmanntanne, dem beliebtesten Weihnachtsbaum der Deutschen. Weil der nicht piekt und nicht schnell nadelt. "Aber die Blaufichte riecht ganz toll", sagt Bärbel Brunen.
Der Familienbetrieb Brunen aus Lobberich hat neben den Klassikern Nordmanntanne, Rot- und Blaufichte auch noch Korea-Tannen und die Serbische Fichte Omorika im Angebot. Die Korea-Tanne hat kleine weiße Pünktchen an den Nadeln. "Außerdem ist sie nicht so gleichmäßig", sagt Bärbel Brunen, die mit der ganzen Familie – Ehemann Herbert, Schwägerin Kornelia Köhler und den Kindern Carina und Marc – seit dem 5. Dezember Bäume bei Glühwein, Kinderpunsch und Gebäck verkauft.
In den vergangenen Jahren habe besonders der Verkauf von großen, fünf- und sechs Meter-Tannen zugenommen. "Viele Neubauten haben eine offene Bauweise, und die Leute wollen dann auch einen Baum bis unter die Decke", sagt Bärbel Brunen.
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