Nettetal: "Da bewegt sich eine Menge"
zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Nettetal (RPO). CDU-Chef Jürgen Boyxen äußert sich im Interview zur vertagten Entscheidung über ein eigenes Jugendamt für Nettetal.
Die CDU will die Entscheidung über ein eigenes Jugendamt um zwei Jahre vertagen. Außer Bürgermeister Christian Wagner ist auch der Parteivorsitzende Jürgen Boyxen Verfechter eines Nettetaler Jugendamtes. Mit ihm sprach RP-Redakteur Ludger Peters.
Empfinden Sie die beabsichtigte Verschiebung als Niederlage?
Boyxen Ganz und gar nicht. Wenn man etwas erreichen will, dann muss man hohe Forderungen stellen. Erreicht haben wir, dass das Thema Jugend eine besondere Wertigkeit in der Stadt bekommen hat.
Dann wäre ein Jugendamt Nettetal aber doch viel effizienter.
Boyxen Das sehe ich auch weiterhin so. Dennoch – wir haben schon drei Viertel dessen geschafft, was wir in der Jugendpolitik angestrebt haben. Das eigene Jugendamt wäre konsequenter gewesen. Aber wir haben den Kreis mit unserer Initiative und der anhaltenden Diskussion regelrecht vor uns hergetrieben. Da bewegt sich jetzt eine Menge.
Zum Beispiel?
Boyxen Unsere Forderung nach einer weiteren Streetworkstelle, die Aufstockung des Personalsschlüssels für die offenen Jugendeinrichtungen und eine zunehmende Offenheit für Nettetaler Belange. Vielleicht erreichen wir auch noch eine Unterstützung bei der Einrichtung eines zusätzlichen Schulsozialarbeiters, der ja nach bisherigen Vorstellungen allein aus städtischen Mitteln finanziert werden soll.
Wenn das so ist, braucht Nettetal doch kein Jugendamt.
Boyxen Darüber gibt es in der Fraktion Meinungsverschiedenheiten. Ich finde das mit Blick auf die politische Kultur übrigens sehr gut, das ist gelebte Demokratie. Wir haben eine offene Diskussion geführt, der Bürgermeister und Dezernent Armin Schönfelder haben eine ausführliche Vorlage geliefert. Am Ende hat jeder einzelne erklärt, ob er für oder gegen ein eigenes Jugendamt ist. Und jeder musste seine Haltung begründen. Das hat uns gut getan.
Was nehmen Sie persönlich noch aus der Diskussion mit?
Boyxen Es musste die Erkenntnis in der Stadt wachsen, wie wichtig die Befassung mit der Jugend ist. Das ist eindeutig gelungen.
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