Nettetal: Der lange Weg ins weiße Trikot
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 13.07.2011 - 00:01Nettetal (RP). Seda Akkan möchte eines Tages mit der deutschen Nationalmannschaft auflaufen. Die 16-Jährige spielt seit drei Jahren in der U 17 von Borussia Möchengladbach und verfolgt ehrgeizig ihr Ziel.
Wenn sie im Trikot von Borussia Mönchengladbach zum Training fährt, spürt Seda Akkan immer noch bewundernde Blicke der Nachbarskinder. "Es ist etwas Besonderes, für einen großen Verein zu spielen, doch inzwischen habe ich mich daran gewöhnt", sagt sie. Die Schülerin spielt seit drei Jahren für Borussia. "Der Trainer der Kreisauswahl hat mich empfohlen. Ich war zum Probetraining da, und sie haben mich genommen", erinnert sich die 16-Jährige.
Verantwortung als Spielführerin
Ihr Talent ist früh aufgefallen. Kaum war sie beim SuS Schaag nach der D-Jugend von der gemischten Mannschaft zu den Mädchen gewechselt, bekam sie die Möglichkeit, in der Kreisauswahl mitzuspielen und am DFB-Stützpunkttraining teilzunehmen. Später lief sie in der Niederrhein-Auswahl auf. "Dann macht Fußball noch mehr Spaß." Für die Breyellerin ist der Sport eine Leidenschaft, die ihr Leben bestimmt. Dreimal in der Woche trainiert sie, zwischendurch geht sie Laufen und am Wochenende spielt die Innenverteidigerin in der Regionalliga der U17.
Fußball-Nachwuchs
Borussia Mönchengladbach unterhält zwei Frauen- und vier Mädchenmannschaften. Das erste Frauenteam ist in die zweite Bundesliga aufgestiegen, die zweite Elf spielt in der Niederrheinliga. Kontakt Kyle Berger unter Tel. 02161-92932201 oder kyle.berger@borussia.de
Auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen, ist für Seda Akkan selbstverständlich. "Als Spielführerin rede ich viel mit meinen Mannschaftskolleginnen und nehme meine Aufgabe sehr ernst." Das Team steht für sie im Mittelpunkt. Gemeinsam zu gewinnen und zu verlieren, mache den Reiz an ihrem Sport aus. "Ich habe auch Tennis ausprobiert, doch alleine auf dem Platz zu sein, war nichts für mich."
Ein kurzes Strahlen huscht über ihr Gesicht, und die dunklen Augen leuchten hinter den modischen Brillengläsern kurz auf, als sie sich an den größten Triumph mit der Borussia erinnert. "Im vergangenen Jahr haben wir den FVN-Pokal gewonnen. Das Finale ging bis zum Elfmeterschießen. Da mussten wir als Team zusammenhalten. Dieses Gemeinschaftsgefühl, die Unterstützung der Zuschauer und die Feier hinterher – das war einfach toll." Erfolg ist der ehrgeizigen Spielerin wichtig. Sie will Leistung bringen und arbeitet auf ihr Ziel hin, eines Tages im Trikot der deutschen Nationalmannschaft aufzulaufen.
Sie weiß, dass sie bis dahin noch ein Stück Weg vor sich hat. "Zunächst möchte ich mich in der ersten Mannschaft etablieren, die gerade in die zweite Bundesliga aufgestiegen ist." Parallel dazu ist sie fest entschlossen, ihr Abitur zu machen. Sie will Physiotherapeutin werden und weiß, dass sie als Profi von ihrem Gehalt nicht langfristig leben kann. "Als Frau brauche ich einen guten Job. Als Physiotherapeutin kann ich dem Sport später verbunden bleiben."
Ihre Eltern unterstützen sie sehr, auch wenn die Mutter anfangs skeptisch war. Der Vater ist immer dabei und ihr Bruder ist stolz auf seine Schwester. Ihre Freunde haben sich daran gewöhnt, sie im Trikot von Borussia Mönchengladbach zu sehen.
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