Nettetal: Der Ruf nach dem Wähler
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009Nettetal (RPO). Wählen gehen – so lautet die Bitte der Parteien und der Verwaltung an alle Nettetaler Wahlberechtigte für die Europawahl. Erstwähler sollen speziell motiviert werden, bei der Kommunalwahl mitzustimmen.
Hintergrund
Idee Die SPD-Ratsfraktion gab den Anstoß für die Erstwählerkampagne. Der Vorschlag stieß im Stadtrat auf große Zustimmung.
Erstwähler Angesprochen werden 1300 Schüler weiterführender Schulen von der zehnten Klasse aufwärts.
Alter Bei der Kommunalwahl dürfen Jugendliche ab 16 Jahre abstimmen.
Egal, ob alt oder jung – möglichst viele Nettetaler sollen's tun. Zuerst am kommenden Sonntag zur Europawahl und dann auch noch am 30. August: Wählen gehen. Damit genau das passiert, werden alle Nettetaler Parteien kurz vor der Europawahl einen gemeinsamen "Wahlaufruf" veröffentlichen, in dem sie die Bürger an die Urnen bitten. Zusätzlich soll Erstwählern Lust aufs politische Mitbestimmen machen. Denn Wahlmüdigkeit scheint keine Frage des Alters zu sein. "Wir sind besorgt", formulierte Bürgermeister Christian Wagner für alle Parteien die Angst vor einer geringen Wahlbeteiligung. "Der demokratische Rechtsstaat lebt von der Mitbestimmung der Bürger."
Entscheidungen fallen in Brüssel
Vor fünf Jahren gaben 52 Prozent der Nettetaler ihre Stimme zur Kommunalwahl ab. Bei der Europawahl lag die Beteiligung bei 40 Prozent. "Europa geht uns alle an", so Wagner. Entscheidungen, die Auswirkungen auf das Leben der Bürger haben, werden zunehmend in Brüssel getroffen, nicht in Berlin.
Wie viel Einfluss der Bürger mit seinem Stimmzettel-Kreuzchen auf politische Entscheidungen im eigenen Wohnort nehmen kann, möchte die Stadt Erstwählern vor Augen führen. Die Kommunalwahl rücken die Organisatoren dabei in den Mittelpunkt einer groß angelegten Kampagne. Mit einem Quiz, einem Wettbewerb zur Gestaltung eines Wahlaufrufs speziell für Erstwähler und einem Flugblatt soll den Jugendlichen der Gang zur Wahlurne nähergebracht werden. Im Juni findet das Quiz an vier Terminen gemeinsam für die Realschule und Hauptschule Kaldenkirchen, das Berufskolleg, das WJG und die Gesamtschule statt. Einklinken können sich die dann bereits aus der Schule entlassenen Zehnklässler der Hauptschule am Ingenhovenpark.
Rateteams, die aus je einem Kommunalpolitiker, Lehrer, Schüler- oder Klassensprecher sowie einem lokalen "Promi" bestehen, müssen die Antworten auf 20 Fragen aus lokaler Politik, Kultur und Allgemeinwissen zu Nettetal herausfinden. Die zuschauenden Schüler raten mit. "Für jede richtige Antwort gibt es Geld", so Erster Beigeordneter Armin Schönfelder. "Es geht als Spende an einen gemeinnützigen Zweck." Gewinnen könnenzudem alle Schüler, die beim Plakatwettbewerb der Stadt mitmachen. "Mein erstes Mal" lautet das Motto und soll sich auf die erste Stimmabgabe beziehen. Jugendliche können allein oder in der Gruppe Entwürfe gestalten. Bis zum 24. Juli können diese auf maximal DIN-a-2-Größe im Rathaus bei Sylvia Hubbes in Zimmer 240 abgegeben werden. Der beste Entwurf wird auf Plakate und Faltblätter gedruckt. Zudem erhält der Sieger einen Geldpreis.
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