Nettetal: Deveci zieht sich zurück
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 16.09.2009Nettetal (RPO). Der Vorsitzende des Ausländerbeirats Nettetal wird wohl nicht mehr für den neuen Integrationsrat kandidieren. Er ist beruflich stark belastet und will sein Privatleben nicht vernachlässigen. Das neue Gremium hat mehr Gewicht.
Integrationsrat
Hintergrund Die bisherigen Ausländerbeiräte sollen durch so genannte Integrationsräte ersetzt werden. In vielen Kommunen ist dies bereits geschehen. So soll bei der politischen Partizipation das Miteinander betont werden.
Cüneyt Deveci wird voraussichtlich nicht für den neuen Integrationsrat in der Stadt Nettetal kandidieren. Der Vorsitzende des Ausländerbeirats gibt seine ehrenamtliche Tätigkeit aus beruflichen Gründen auf. "Ich habe durch meinen Wechsel jetzt schon nur einen Hinweg von 95 Kilometern und bin dadurch mindestens drei Stunden zwischen Wohnung und Arbeitsstelle unterwegs." Deveci mag keine halben Sachen – weder beruflich noch familiär noch ehrenamtlich.
Ein Verlust
Devecis Ausscheiden ist ohne Zweifel ein Verlust für die Arbeit des künftigen Integrationsrates. Er hat in den vergangenen Jahren maßgeblich in der Stadt mit darauf hingearbeitet, dass die Stimme des Gremiums nicht nur gehört, sondern Anregungen umgesetzt und veranstaltungen besucht wurden. "Wir haben eigentlich schon den Integrationsrat vorweggenommen", sagt Deveci.
Das Netzwerk Integration hat deutlich seine Handschrift. Deveci hat die Interessen ausländischer Menschen in der Stadt beharrlich und kenntnisreich wahrgenommen. Dass die Netzwerk-Veranstaltungen keine Eintagsfliege wurden, sondern von allen Beteiligten gewissenhaft besucht werden, befriedigt den Vorsitzenden des Ausländerbeirats. "Wir haben eine solide Grundlage geschaffen, auf der nun konkrete Ziele verfolgt und umgesetzt werden können", meint Deveci. Benachteiligungen der unterschiedlichsten Altersgruppen werden aufgegriffen und nicht nur diskutiert. Man sucht gemeinsam nach Lösungen, die oft unspektakulär umgesetzt werden. Deveci hat die Probleme von Jugendlichen ebenso angesprochen wie das Altwerden von Bürgern, die aus fremden Ländern nach Nettetal kamen. Auch die Initiative zum Begräbnisplatz für Muslime in Nettetal geht auf das Konto des Ausländerbeirats. In Kaldenkirchen soll auf dem Friedhof demnächst ein solches Grabfeld angelegt werden.
Qualitativ wird der bisherige Ausländerbeirat demnächst deutlich aufgewertet. So sieht es jedenfalls Cüneyt Deveci. Ein Drittel des neuen Gremiums wird künftig von Mitgliedern des neuen Stadtrates besetzt. "Das steigert die Effizienz der Arbeit und trägt die dort diskutierten Themen direkt in die Ratsfraktionen sowie in die Fachausschüsse. Damit nimmt die Verbindlichkeit solcher Themen zu. Das war immer ein wichtiges Ziel unserer Arbeit", erklärt er.
Er will in den kommenden Monaten den Übergang vom Ausländer- zum Integrationsbeirat möglichst fließend vorantreiben. "Es soll ein guter Übergang entwickelt werden und kein Bruch entstehen." Dass er wohl nicht mehr weiter mitarbeiten wird, bedauert Deveci sehr.
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