Nettetal: Die eigene Zukunft stärken
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2008Nettetal (RPO). Die Krankenhaus Nettetal GmbH steht wirtschaftlich und fachlich gut da. Budgetverhandlungen sind positiv abgeschlossen, Investitionen werden aus eigener Kraft geschultert. Nettetal und Viersen rücken weiter zusammen.
Mehr als 3,5 Millionen hat die Städtisches Krankenhaus Nettetal GmbH in die Hand genommen, um in die Zukunft zu investieren. Das war ein finanzieller Kraftakt, gleichwohl steht das Haus wirtschaftlich und fachlich sehr gut da. Dies betonten gestern vor der Presse Geschäftsführer Christian Wagner und die Aufsichtsratsvorsitzende Beatrix Müllers-Kostas.
Die Budgetverhandlungen für das Jahr 2007 und 2008 wurden im April bzw. September mit leicht erhöhten Sätzen abgeschlossen. Die beiden vergangenen Geschäftsjahre schloss das Haus mit leichten Gewinnen ab, auch das laufende Jahr dürfte mit einem minimalen Plus abschließen.
Neue Aufgaben
Palliativmedizin Das Nettetaler Haus unterhält auf dem Gebiet eine eigene Abteilung, die eng mit Hospiz-Initiativen und Fachpflegern zusammenarbeitet. Betrieben wird die Abteilung ausschließlich im Zusammenhang mit anderen medizinischen Behandlungen.
Nette-Vital Die erweiterte Physiotherapie gilt als wichtiger Baustein im Zusammenwirken von Krankenhaus, Kassen und niedergelassenen Ärzten.
Aus eigener Kraft
Eine Million Euro machte das Haus aus seinen Rückstellungen locker, um das Ambulante Operationszentrum zu errichten und die Intensivstation um zwei auf acht Betten aufzustocken. 2,5 Millionen Euro, finanziert über Kredite, verbaut das Haus für die Physiotherapie. Sie soll zum 1. April als „Nette-Vital GmbH“ in Betrieb gehen. Dem Aufsichtsrat liegt inzwischen ein Gutachten vor, nach dem Nettetal hier keine unerlaubte wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Wagner ist auch zuversichtlich, dass die laufende kommunalaufsichtliche Prüfung nicht negativ endet.
Strategisch bleibt das Krankenhaus auf dem Kurs der Eigenständigkeit. „Diese Position müssen wir ausbauen und stärken“, erklärten Wagner und Müllers-Kostas gestern. Dazu gehört allerdings für die Nettetaler die Kooperation mit dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen und dem St.-Irmgardis-Krankenhaus Süchteln. Mit dem AKH gibt es schon eine gegenseitige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Radiologie und Kardiologie sowie für das ausgelagerte Labor. Geprüft wird im Augenblick eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Inneren Medizin (Gastroentologie, Endoskopie).
Die laufenden Verhandlungen sind komplizierter geworden. Zum 1. Januar 2009 wird das St.-Irmgardis-Krankenhaus Süchteln aus der Trägerschaft der Pfarrgemeinde St. Clemens in eine GmbH entlassen. An der übernehmen die St.-Franziskus-Stiftung Münster 51 Prozent und die Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen GmbH 49 Prozent. Am AKH wiederum beteiligen sich die Münsteraner mit 25 Prozent. „In diesen Prozess hat das AKH uns stets transparent eingebunden“, versicherte Wagner gestern.
Bei aller Kooperationsstrategie – Nettetals Krankenhaus soll die Grundversorgung der Menschen im Einzugsgebiet sichern. Dazu sei der Ausbau eines dichten Netzwerks mit den niedergelassenen Ärzten die Grundsvoraussetzung schlechthin, sagte Wagner. Daran werde gearbeitet. FRAGE DES TAGES
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