Nettetal: Die Männer aus der Kälte
VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 04.02.2009Nettetal (RPO). Wenn andere sich noch mal im warmen Bett rumdrehen, müssen sie raus zum Winterdienst. Die Männer vom städtischen Bauhof sind hart im Nehmen und sorgen in Nettetal für geräumte Straßen. Diesen Winter besonders.
Wenn der Morgen graut, haben sie ihren Job schon getan: Straßen streuen, enteisen, vom Schnee frei räumen. Die Männer des städtischen Bauhofs bekamen den für niederrheinische Verhältnisse starken Winter in den vergangenen Wochen am eigenen Leib zu spüren. "Dieser Winter ist schon ein besonderer", sagt Tiefbauamtsleiter Ronald van Zanten. "Er hat früh begonnen und bis auf wenige Tage waren wir ständig in Bereitschaft." Oftmals auch im Einsatz.
Nächte voller Arbeit
Nicht so schnell vergessen wird Ronald van Zanten die Tage, pardon Nächte, des Jahresanfangs. Bis zu 22 Mitarbeiter schaufelten da unter Hochdruck die Nettetaler Straßen frei, waren mit Großräumfahrzeugen unterwegs und legten innerhalb von sieben Tagen insgesamt 5500 Kilometer zurück. 1050 Arbeitsstunden kamen da zusammen. Darunter waren 280 Arbeitsstunden. "Ein vergleichbar harter Winter ist mir seit zehn Jahren nicht erinnerbar", sagt der Tiefbauamtsleiter. "Von der viel zitierten Klimaerwärmung war in diesem Winter jedenfalls nichts zu merken."
Um 4 Uhr beginnt für den Mitarbeiter in Rufbereitschaft der Arbeitstag: Insofern nicht ohnehin Schnee sicher ist, fährt er raus, um die Lage zu überprüfen. Muss gestreut werden, informiert er die Kollegen. Spätestens um 4.30 Uhr geht es los. "Je eher wir losfahren, desto besser", erklärt Ronald van Zanten. "Der Schnee ist dann leichter zu räumen." Der städtische Bauhof ist für alle Straßen innerhalb der Nettetaler Ortsteile zuständig, nicht aber für Autobahn, Kreis-, Land- und Bundesstraßen außerhalb der Ortschaften. Die Bauhofmitarbeiter räumen beim Winterdienst zunächst alle Hauptverkehrsstraßen.
"Bis 7 Uhr sind sie in der Regel durch", sagt Ronald van Zanten. Danach geht's weiter raus. In die Wohngebiete schaffen's die "Salzstreuer" selten. "Wenn die Temperaturen steigen, brechen wir ab." Wenn's schneit und friert, rücken die Winterdienstmitarbeiter zwischen 5 und 22 Uhr aus. In der Regel sind es 14 bis 15 pro Einsatz. Acht Räumfahrzeuge besitzt die Stadt Nettetal. Die Mitarbeiter ohne Fahrzeug kämpfen mit purer Muskelkraft gegen den Winter – in Zweierkolonnen bei der so genannten Handreinigung.
"Die Lager sind wieder voll"
200 bis 250 Tonnen Salz und abstumpfendes Granulat hat der städtische Bauhof in diesem Winter auf die Nettetaler Straßen gestreut, sagt der Tiefbauamtsleiter. Zwischenzeitlich mussten die Salzvorräte aufgefüllt werden. Wenn allgemein Hochbedarf besteht, sei es für kleinere Kommunen wie Nettetal nicht immer leicht, an Streugut zu kommen, sagt der Tiefbauamtsleiter. "Wir haben jetzt zum Glück die Lager wieder voll", so van Zanten. Er ist sicher, dass die Vorräte nicht alt werden. "Wir werden diesen Winter mit Sicherheit noch Einsätze haben."
Am Samstag ist es möglicherweise wieder soweit. Dann soll es abends schneien in Nettetal.
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