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Nettetal: Die mobilen Saubermänner

VON ANGELIKA RITZKA - zuletzt aktualisiert: 28.05.2009

Nettetal (RPO). Jürgen Hacks, Bernd Hartmann und Willi Miller sind die neuen Ortsteilpfleger. Die Bürgerarbeiter sorgen für Sauberkeit und Ordnung, sollen Ansprechpartner werden und entkommen so der Arbeitslosigkeit.

Sie sorgen für Sauberkeit: Jürgen Hacks (Breyell/Schaag), Willi Miller (Kaldenkirchen/Leuth), Bernd Hartmann (Lobberich/Hinsbeck).  Foto: RPO
Sie sorgen für Sauberkeit: Jürgen Hacks (Breyell/Schaag), Willi Miller (Kaldenkirchen/Leuth), Bernd Hartmann (Lobberich/Hinsbeck). Foto: RPO

Die orangefarbenen Westen und die blauen Arbeitsanzüge sind noch ganz neu und leuchtend. Jürgen Hacks, Willi Miller und Bernd Hartmann – der eine auf dem feuerroten "Bakfiets", die anderen mit Schippe und Besen in der Hand – könnten einer Reklame für mehr Sauberkeit und Ordnung in der Stadt entsprungen sein. Für beides werden sie tatsächlich sorgen. Und entsprungen sind die Nettetaler auch – der Depression einer dauerhaften Arbeitslosigkeit. Die drei sind Bürgerarbeiter beim Bauhof der Stadt und die neuen Ortsteilpfleger.

Die Zuständigkeiten

Willi Miller wird in Kaldenkirchen und Leuth für ein sauberes Erscheinungsbild sorgen. Jürgen Hacks ist für Breyell und Schaag zuständig, Bernd Hartmann für Lobberich und Hinsbeck. Offiziell begonnen haben die drei ihre neue Arbeit bereits Anfang des Monats. Weil es aber einer gewissen Einarbeitung bedarf, hat noch kein Nettetaler einen der drei auf dem roten Fahrrad durch die Orte fahren sehen. Das soll sich bald ändern.

Info

Bürgerarbeit

Idee Langzeitarbeitslose "mit mindestens zwei Vermittlungshemmnissen" werden bei der Stadt oder einer städtischen Gesellschaft beschäftigt. Sie sind befristet fest angestellt und werden nach Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt.

Auswahl Die Stadt wählte die drei aus sieben Bewerbern aus.

Voraussetzungen Motivation und Leistungsfähigkeit

"Die Ortsteilpfleger sollen feste Ansprechpartner für die Bürger werden", sagt Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche. "Sie sollen der kurze Draht zur Stadt sein." Wenn Bernd Hartmann, Jürgen Hacks und Willi Miller durch Nettetal radeln, ist Ansprechen ausdrücklich erwünscht. Denn die Ortsteilpfleger machen nicht nur sauber, sondern nehmen auch Beschwerden und Anregungen der Bürger entgegen – beispielsweise Hinweise auf "Schmutzecken" oder Beschädigungen.

Die Bürgerarbeiter – für zwei Jahre befristet eingestellt – sollen keinen regulären Bauhofmitarbeiter ersetzen. "Es gibt eine ganze Menge Arbeit, die liegenbleibt, weil das Personal nicht da ist", sagt Bürgermeister Christian Wagner. Das soll sich nun ändern.

Alle profitieren

Sauberer wird es aber nicht nur in Nettetal. Heller wird es auch im Leben der drei Bürgerarbeiter. Sie alle sind seit vielen Jahren arbeitslos und deshalb Hartz-IV-Empfänger. Willi Miller (56), Aussiedler aus Kasachstan, seit viereinhalb Jahren. Jürgen Hacks (57) seit zehn und Bernd Hartmann (51) seit 13 Jahren. Sie hangelten sich von befristeten Arbeitsstellen zu Ein-Euro-Jobs. "Ich hatte mich schon um Arbeit bemüht", erzählt Bernd Hartmann. Doch der gelernte Schreiner hatte kein Glück. Jetzt sieht er in der Vollzeit-Festanstellung beim Bauhof eine Perspektive. "Ich freue mich auf die Aufgabe." Und auch wenn der erste echte Einsatz erst noch kommt, weiß der neue Ortsteilpfleger für Lobberich und Hinsbeck schon jetzt vom Einarbeiten: "Die Arbeit macht mir Spaß."

FRAGE DES TAGES

Quelle: RP

 
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