Nettetal: Die schönen Beine von Dolores
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 09.07.2009Nettetal (RPO). Nettetals Theaterbesucher bleiben dem Angebot der Netteagentur treu. Allerdings schichtet sich das Publikum allmählich um. Es ändert seine Gewohnheiten. Der Stadt bleibt ihr Bühnendefizit treu. Diesmal sind es 16 900 Euro.
Theater in Zahlen
Hits Im Theaterprogramm zog auch Johnny Cash (505 Besucher) stark an, einen Flop gab es nicht.
Vergleich Die Saison 2006/07 riss ein Loch von fast 33 000 Euro in die Bilanz. Die Umstrukturierung im Programm drückte den Verlust vergangenes Jahr auf 6435 Euro.
Einzelkarte 507 Einzelkarten wurden in der Saison verkauft. Weil sie teurer sind als das Abo, ist das für die Agentur attraktiver.
"Die Beine von Dolores" fanden das größte Interesse des Nettetaler Theaterpublikums in der vergangenen Spielzeit. 508 Zuschauer konnten dennoch nicht verhindern, dass das Gastspiel der Netteagentur ein Defizit in Höhe von 4674,06 Euro eintrug. Erster Beigeordneter Armin Schönfelder trugs mit Fassung. Kultur könne man eben nicht mit dem Ziel betreiben, auch noch Geld zu verdienen.
Die Theaterbilanz der Saison 2008/09 kann sich dennoch sehen lassen. Roger Dick, der in der Netteagentur das Bühnenprogramm und die Ausstellungen verantwortet, hat auch seinen Frieden schließen können mit der Tatsache, dass Abonnements nicht mehr so gefragt sind wie bisher. "Die Zahl derer steigt, die sich nicht länger binden wollen. Das gilt nicht nur fürs Abo, sondern auch für das Besondere Programm. Wir haben beobachtet, dass manche Karten unmittelbar vor einem Termin ebenso gut verkauft wurden wie bereits lange vorher, wenn die Veranstaltung bekannt wurde", sagte er.
Dass die Stadt für ihre zehn Theaterangebote unterm Strich 18 600 Euro zubuttern musste, führt Dick allerdings auch auf vollkommen unbeeinflussbare Kosten zurück. Tantiemen, Gema und die erstaunliche Erfahrung, dass im vergangenen Jahr auf breiter Front alle Anbietern die Preise anhoben, machten Dick nachdenklich. "Man könnte fast von einem Kartell sprechen", sagte er vor dem Netteausschuss. Immerhin war die Werner-Jaeger-Halle zu 95 Prozent ausgelastet. Und weil Einzelkarten teurer sind als das Abo-Paket, brachte der gestiegene Verkauf des einzelnen Tickets unterm Strich sogar eine bessere Einnahme.
Die Nettetaler lieben das kabarett, auch wenn sie mit Urgesteinen des Genres mitunter wenig anfangen konnten. Henning Venske und Jochen Busse, die einst auch in der Münchner Lach- & Schießgesellschaft auftraten, lockten lediglich 184 Besucher. Unterboten wurden sie nur noch von Mark Britton und Heinz Gröning. Lieblinge des Besonderen Programms in Nettetal bleiben die Essener Herbert Knebel und Hagen Rether. Keine einzige Veranstaltung hatte in der Abrechnung einen Verlust aufzuweisen. Mark Britton "erwirtschaftete" der Agentur 1,07 Euro.
Aufwärts geht es auch mit dem Kindertheater, berichtete Dick. Zwar muss die Stadt hier 5400 Euro für die vergangene Saison zuschießen, aber das liegt am Jugendtheater: Es bleibt allen Anstrengungen zum Trotz schwierig, die Pubertätsfraktion ins Theater zu locken.
Rechnet man alle Angebote auf der Bühne zusammen, so fuhr die vergangene Saison insgesamt ein Minus in Höhe von 16 900 Euro ein. Das sei letztlich recht zufriedenstellend, meinte der für die Kultur verantwortliche Armin Schönfelder.
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