Nettetal: Die Stadt steht an ihrem Wendepunkt
zuletzt aktualisiert: 04.11.2009Nettetal (RPO). Die Stadt hat in den vergangenen Jahren Rückschläge mit enormer Wirkung hinnehmen müssen. Durch Strukturkrisen in der Textil- und in der Stahlindustrie gingen Betriebe, Arbeitsplätze und Einnahmen der Stadt verloren. Die Probleme im Automobilbau hinterlassen ebenfalls Spuren. Die Stadt hat nach Angaben von Bürgermeister Christian Wagner "seit Jahren unterdurchschnittliche Steuereinnahmen im Gewerbebereich". Auf Landesebene liegt Nettetals Finanzkraft deutlich unter dem allgemeinen Durchschnitt.
Bis vor etwa fünf Jahren noch sorgte eine kräftige Zuwanderung – zunächst nach 1989 aus dem Osten der Republik, später aus dem Großraum Düsseldorf – für steigende Einwohnerzahlen. Doch jetzt stagniert sie und gerät ins Rutschen. Wagner will dem in den kommenden Jahren entgegenwirken. Nettetal soll attraktiv werden/bleiben für junge Familien und junge Menschen ermuntern, in ihren Mauern Familien neu zu gründen. Dies sei unbedingt erforderlich, um der heimischen Wirtschaft zu helfen, die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften zu befriedigen. Gelingt dies nicht, ergibt sich daraus sich ein gefährlicher Teufelskreis, auf den Wagner gestern im Rat eindringlich hinwies: Nicht ausreichend (aus-)gebildete Menschen belasten die innerstädtische Sozialstruktur, Fachkräftemangel wird ansiedlungswillige Unternehmen abschrecken und andere veranlassen, wegzugehen. "Solche Entscheidungen fallen in der globalisierten Welt heute quasi von einem Augenblick auf den anderen", so Wagner. Er wolle die Wirtschaftskraft stärken, die Bildungsanstrengungen erhöhen, den demografischen Wandel aktiv gestalten und Nettetal weit mehr als bisher nach außen positiv darstellen.
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