Nettetal: Die Stunde der Laien in der Kirche kommt
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 12.05.2009Nettetal (RPO). "Der wachsende Priestermangel in den katholischen Pfarrgemeinden bedeutet, dass die Stunde der Laien kommen wird. In vielen Gemeinden ist sie schon da." Dies erklärte Altfried Spinrath vom Katholikenrat in einer Grundsatzdiskussion der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) in Lobberich. Vorsitzender Peter Lennackers hatte die Frage "Welche Rolle können Laien in den katholischen Gemeinden spielen" gestellt.
Etwa 20 Lobbericher interessierten sich dafür, wie es in den Pfarreien weitergehen kann. Für Spinrath warten auf die Laien viele Aufgaben. Sie könnten "mit Fantasie und Selbstbewusstsein" Lücken schließen und die Gemeinden formen. Spinrath fordert, dass Laien die Schwerpunkte in der Gemeinde bestimmen sollten. Dass Subsidiaritätsprinzip (Grundsatz der Nachrangigkeit) müsse selbstverständlich werden.
Nettetals Katholiken werden erleben, dass 40 Jahre nach Gründung ihrer Stadt die katholischen Pfarrgemeinden einen Kirchengemeindeverband Nettetal bilden. Das Bistum werde demnächst nur noch zwei Priester für diesen Raum abstellen. Spinrath riet den Pfarrgemeinden, sie sollten unterhalb des neuen Kirchengemeindeverbandes selbstständig blieben und eigene eigene Profile entwickeln.
Werner Backes (Lobberich) berichtete, dass in der "Weggemeinschaft Hinsbeck/Lobberich" kein zentraler Pfarrgemeinderat (PGR) gebildet werde. Die Eigenständigkeit der Pfarrgremien bleibe erhalten. Anders hätten sich Schaag, Breyell und Leutherheide entschieden. Dort werde wohl ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat. Kaldenkirchen und Leuth wollten eigenständige Gremien behalten.
Nach Spinraths Angaben haben in vielen Gemeinden Laien Dienste bis hin zum Wortgottesdienst mit Kommunionspende übernommen. Dafür müssten die Priester "loslassen". Laien sollten auch mehr Verwaltungs- und Repräsentationsaufgaben übernehmen. Dies gebe Priestern mehr Raum für ihre ureigensten Aufgaben in der Seelsorge.
In diesem Zusammenhang bedauerte er, dass die Hoffnungen in das 2. Vatikanische Konzil vor über 40 Jahren sich nicht erfüllten. Das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes bestehe fort, in den Diözesen übten die Bischöfe enorme Macht im Kirchenrecht aus. Laien kämen über ihre Rolle als Berater nicht hinaus. Leider kehrten gerade jüngere Priester zurück in eine konservative Haltung. Dies lasse engagierte Laien resignieren. Nahezu die Hälfte der Priester seien durch Verwaltungsaufgaben gebunden. Das könnte man anders organisieren."
FRAGE DES TAGES
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum


