Nettetal: Die Welt als Experimentierfeld
VON ANGELIKA RITZKA UND ROBERT RIST - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009Nettetal (RPO). Das DRK-Familienzentrum Lobberich ist gestern als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert worden. Seit eineinhalb Jahren befassen sich die Jungen und Mädchen spielerisch mit Technik und naturwissenschaftlichen Phänomenen.
Unruhig ist es, während Bürgermeister Christian Wagner sich für die hervorragende Arbeit an der Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bedankt. Zuhörer hat er nur noch unter den wenigen Erwachsenen im Raum. Die in der Überzahl befindlichen Kinder tun, was sie am besten können: Sie machen Seifenblasen oder füllen mit Hilfe von Schläuchen Wasser von einem Gefäß ins andere. Und auch genau für diese Möglichkeit der freien Entwicklung ist das Familienzentrum als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert worden.
Kinder von Natur aus neugierig
"Kinder sind natürlich neugierig auf die Welt um sie herum", erklärt Leiter Andreas Zorn, "für uns als Pädagogen geht es hauptsächlich darum, diese Neugier durch richtige Fragen und individuelles Fördern aufrecht zu erhalten."
Wer dahinter steckt
Stiftungsvorstand Dr. Barbara Filtzinger, Siemens-Stiftung, Claudia Herget, Dietmar-Hopp-Stiftung, Prof. Dr. Jürgen Kluge, Mc Kinsey & Company, Prof. Dr. Jürgen Mlynek von der Helmholtz-Gemeinschaft.
Idee Lokale Netzwerke gewährleisten, dass deutschlandweit Workshops veranstaltet werden. Das "Haus der kleinen Forscher" verfolgt keine kommerziellen Interessen.
Experimentiert wird in der Familientagesstätte in Lobberich schon länger. Seit gestern sind Familienzentrum und Kita als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert (siehe Zweittext). Die Urkunde übergab Anne Rogat, Referentin für Tagesstätten im Landesverband Nordrhein des DRK. "Das ist toll, wie hier gearbeitet wird", sagt sie, "nach der Ausstellung von Kinderbilder ist das das zweite Highlight dieses Jahres." Vom Förderverein des Tagesstätte gab es an diesem Tag einen Scheck in Höhe von 1000 Euro.
Susanne Reinartz vom Jugendamt Viersen freute sich auch besonders: "Es ist kreisweit die bislang einzige Einrichtung, die als Haus der kleinen Forscher zertifiziert worden ist."
"Die Zertifizierung ist mehr als eine Plakette", so Andreas Zorn. "Sie ist auch ein Zeichen, um stolz zu sein – auf ein gutes Pädagogenteam. Und sie zeigt, was unsere Einrichtung leistet."
Für Erzieherin Julia Reese war der Forschungsdrang der Kinder auch ein Lernprozess: "Das schwierige für uns Erzieherinnen war, dass Kinder ganz anders Neues lernen als wir. Seit dem wir uns darauf eingestellt haben, läuft es super."
Jungen und Mädchen im Vorschulalter stünden Naturwissenschaft und Technik sehr offen gegenüber, sagt Andreas Zorn. "Das Allerwichtigste ist, dass die Kinder neugierig bleiben." Genau das will das "Haus der kleinen Forscher" bewirken. Dies geschieht schon alleine durch die offene und anregende Gestaltung der Räumlichkeiten. Die einzelnen Etagen heißen je nach Schwerpunkt Forscher-, Künstler- und Konstrukteuretage. Dieses offene Konzept soll auf die Ansprüche der Kinder eingehen. Die fünfjährige Jenny bestätigt dieses Anspruchsdenken während sie Wasser umfüllt: "Das hier ist ok und macht auch Spaß. Aber am liebsten spiele ich im Sand."
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