Nettetal: Die Welt im kleinen Maßstab
VON NATASCHA BECKER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2010Nettetal (RPO). Christoph Jansen bastelt mit Leidenschaft an seiner Modelleisenbahn. Was er draußen sieht, baut er drinnen nach. Auch die Nettetaler Verkehrsbetriebe rollen über seine Schiene.
Die Welt von Christoph Jansen ist klein. Der Kaldenkirchener liebt den Modelleisenbahnbau. In seinem Keller rollen die Nettetaler Verkehrsbetriebe über die Schienen und die Straßen seiner Anlage. Meterweise Eisenbahnschienen sind dort verlegt. Entlang der Wände ziehen sich die Module mit den verschiedenen Aufbauten. Dort ist es ein weitläufiges Fabrikgelände, daneben die Anlage einer Drehscheibe mit entsprechenden Lokschuppen. Es gibt einen Yachthafen mit Booten, eine Burg, die über einem Städtchen in den Hügeln thront, einen kleinen See mit einem Angler im Boot und einen Fesselballon, der über dem ganzen Szenario schwebt.
Ansehen
Wer die Nettetaler Verkehrsbetriebe sowie einen Teil der Anlage von Christoph Jansen sehen möchte erhält dazu am ersten Adventswochenende die Gelegenheit. Beim Süchtelner Unternehmen Succow an der Hochstraße 129 stellt die IG Eisenbahnfreunde Viersen aktiv ihre Module in der Gesamtheit einer großen Anlage aus.
Modul mit Drehscheibe
"Hieran arbeite ich gerade", sagt Jansen und deutet in die Mitte des Raumes. Dort ist ein Modelleisenbahnmodul mit einer Drehscheibe, auf der ganze Züge gedreht werden können, samt entsprechender Bauten drum herum zu sehen. Doch nicht nur hier spiegelt sich die Leidenschaft des 48-jährigen Kaldenkircheners. Auf dem Bücherregal stapeln sich Videos und DVDs zum Thema Eisenbahn, die Sammelvitrinen an den Wänden zeigen die unterschiedlichsten Loks und die Trafos, die auf seinem Arbeitstisch liegen, sprechen für sich. Kartons, ordentlich beschriftet, wachsen auf der langen Arbeitsplatte in die Höhe. Figuren, Gartenzubehör, Wald, Blumen, Streugut, Sand – jede Kiste birgt Material für die Gestaltung der Eisenbahnanlage. "Fertig ist man eigentlich nie. Es gibt immer was zu tun. Ich sehe draußen etwas und möchte es im kleinem Maßstab nachbauen. Das hört nicht auf", erzählt Jansen mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Sein neuestes Projekt sind die Nettetaler Verkehrsbetriebe (NVB). Auf einem Modul seiner Anlage steht eine königsblaue 218er Lok mit Speise-, drei Personen- und einem Gepäckwagen. Das Stadtwappen von Nettetal samt Schriftzug prangt auf den Seiten. Damit aber nicht genug. Auch auf den Straßen sind die NVB unterwegs. Zwei Anderthalb-Decker mit Viesener Kennzeichen, Wappen und Logo der Verkehrsbetriebe sowie Reklame fahren über die Wege. "Die Idee dazu hatte ich im vergangenen Jahr. 40 Jahre Nettetal hat mich inspiriert", erinnert sich der Modelleisenbahnbauer. Nur gibt es solche Züge nicht zu kaufen. Um sie entstehen lassen zu können, hat der Hamburger Modelleisenbahnkollege Holger Schäfer, als der Lokmaler in Fachkreisen bekannt, Jansen geholfen. Der Niederrheiner hat sich die sich die Gestaltung überlegt, der Hanseat die Ideen umgesetzt. 210 Euro hat den Kaldenkirchener die Umgestaltung aller sieben Elemente gekostet. Zwei Bahnbusse sollen noch folgen.
Die Leidenschaft für die Modelleisenbahn, hat den gebürtigen Dülkener schon als Kind gepackt. Vielleicht, weil sein Vater bei der Bundesbahn beschäftigt war. "Während der Ausbildung, mit Heirat und Familiengründung habe ich das Hobby ein wenig ruhen lassen. Doch vor acht Jahren habe ich wieder angefangen", verrät der Bastler.
Mit seinem Hobby hat Jansen den Rest der Familie, Ehefrau Sylvia, Tochter Jacqueline und Sohn Marcel noch nicht anstecken können. "Sie lassen mich aber in meiner Freizeit werkeln", sagt Christoph Jansen lachend und greift zu seinem Werkzeug. Zu tun ist ist in seiner kleinen Welt immer etwas.
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