Nettetal: Ein „funkelnder Diamant“
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.04.2008Nettetal (RPO). Der Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes, Joel Smolibowski, über Nettetal als Mittelzentrum. Das Lobbericher Geschäftszentrum ist der Nährboden für weitere Entwicklungen.
Zur Planung des neuen Einkaufszentrums in der Lobbericher Innenstadt gibt es nach Auffassung von Joel Smolibowski „keine Alternative“. Der Geschäftsführers des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen sieht die Stadt konzeptionell allerdings erst am Anfang. „So wie nicht Kaufland über den Erfolg entscheiden wird, so muss die Stadt deutlich mehr tun, um ihre unvergleichliche Ausgangslage sinnvoll zu nutzen“, sagt er.
Der „planerisch hervorragend in die Innenstadt integrierte Komplex zwischen Breyeller und von-Bocholtz-Straße ist der Nährboden für die Fachmärkte und die örtlichen Einzelhandelsgeschäfte. Daraus muss noch ein Gesamtkunstwerk geschaffen werden. Die Anlagen sind ja da.“ Nettetal sollte nach viele verschiedene Komponenten enger miteinander verknüpfen: Der Einzelhandel müsse sich noch mehr hin zur Dienstleistung orientieren, um beispielsweise dem wachsenden Wettbewerbsdruck des Internets standhalten zu können.
Angebote vernetzen
„Touristische Angebote könnten klug mit den Bedürfnissen des Einzelhandels verknüpft werden. Man muss den Weg dahin finden. Die Aufenthaltsqualität muss sich unbedingt verbessern, aber das packt die Stadt mit der Umgestaltung des alten Marktes an. Und weil das Auge mitisst, sollte ein Blick auf die Architektur geworfen werden. Da gibt es einiges zu tun.“ Die Zeiten, in denen Käufer in Hinterhöfen von Fabriken auf dem Grabbeltisch Outlet-Ware gesucht hätten, seien vorbei. „Bestehen kann nur, wer drinnen und draußen Qualität beweist.“ Smoblibowski rät davon ab, über den Preis im Wettbewerb bestehen zu wollen. „Franchise-Nehmer kalkulieren anders. Da kann der inhaber-geführte Einzelhandel nicht mithalten – er sollte es nicht versuchen, weil er verlieren muss.“
Nettetal müsse sich viel aggressiver vermarkten, um überhaupt wahrgenommen zu werden. „Aber nur mit Handel macht man keine Stadt attraktiv. Viele Städte wissen gar nicht, was sie ausmacht. Nettetal liegt mitten im Naturschutzgebiet, hat eine paradiesische Lage. Was macht die Stadt denn damit?“ Die Stadt müsse auch genau wissen, was sie wolle. „Das neue Zentrum wird keine wildgewordenen Teenies anlocken – soll es wohl auch nicht. Die Zielgruppe zu definieren, ist ein Findungsprozess. Dann muss aber ein ganz konsequentes Marketing folgen.“
Leiden werden andere Stadtteile nicht, vermutet Smolibowski. Kaldenkirchens Stärke sieht er in der „schnuckeligen Innenstadt“ mit ihren ausgezeichneten Fachgeschäften und ihrer generellen Anziehungskraft für Niederländer. „Insgesamt ist Nettetal eine kleiner Diamant, der funkelt, weil er so viele Facetten hat.“ KOMMENTAR
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